In der vorletzten Novemberwoche veranstaltete die Botschaft der Volksrepublik China in Prag eine kleine Feier, nicht nur für Naturliebhaber: die feierliche Premiere einer gekürzten Version von drei Dokumentarfilmen über chinesische Nationalparks. Diese wurden von Jiří Mánek, einem Experten für Naturschutz und ehemaligen Direktor des Nationalparks Šumava, zusammen mit der chinesischen Abteilung der China Media Group produziert.
In seiner Eröffnungsrede erläuterte Seine Exzellenz Feng Biao, der Botschafter der VR China in der Tschechischen Republik, die Umweltpolitik Chinas. Der bevölkerungsreichste Staat der Welt hat sogenannte Ziele 2060 formuliert, die darauf abzielen, bis 2030 einen CO2-Peak zu erreichen und bis 2060 eine vollständige CO2-Neutralität zu erreichen. Die Umweltstrategie hat mehrere Säulen, insbesondere die intensive Entwicklung und Anwendung nachhaltiger Energietechnologien.
Die installierte Leistung zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien hat somit im letzten Jahr die Leistung der Kohlekraftwerke übertroffen. Im ersten Quartal dieses Jahres erreichte die neu installierte Leistung erneuerbarer Energien 76,75 Millionen kW, was einem jährlichen Anstieg von 21 % entspricht, und grüne Technologien machen bereits etwa 90 % aller Installationen aus.

Ein systematischer Ansatz zum Naturschutz
Weitere Säulen der chinesischen Umweltpolitik sind die Förderung der Elektromobilität, die massive Ausweitung von Waldflächen, die Anlage von Feuchtgebieten und ein systematischer, umfassender Ansatz zum Naturschutz. Ein besonders anschauliches Beispiel dafür ist die Eröffnung von fünf Nationalparks im Jahr 2021. Wie der Zuschauer von Jiří Mánek erfahren konnte, umfasst diese Gruppe von Schutzgebieten zusammen mehr als 230.000 km², was mehr ist als die Gesamtfläche aller 67 Nationalparks in den USA.
Jiří Mánek nahm die Zuschauer im November mit einer Kamera und einem kleinen Team auf eine Reise zu drei von diesen fünf Parks mit. Das Team bestand oft nur aus dem tschechischen Naturwissenschaftler und einem lokalen Führer oder Ranger, mit denen Jiří Mánek enge Freundschaften pflegte. In einer äußerst herzlichen Atmosphäre beschrieb er seine Eindrücke und die Perspektive eines lebenslangen Berufsnaturwächters auf die Gründung und Verwaltung von Nationalparks. Konkret ging es um den Nationalpark für den Amurleoparden und den sibirischen Tiger, den Nationalpark für den Schutz der Großen Pandas in der Provinz Sichuan und den Nationalpark Sanjiangyuan (San-Jiang-Yuan, wörtlich "drei Quellen der Flüsse"). Letzterer ist die Quelle von drei der wichtigsten Flüsse Ostasiens: dem Jangtsekiang, dem längsten Fluss Asiens, dem Gelben Fluss (Huanghe) und dem Mekong.
Lokale Gemeinschaften und Technologie
Die chinesischen Behörden bemühen sich, die Mitglieder der lokalen Gemeinschaften so weit wie möglich in den Naturschutz einzubeziehen. Die lokalen Bewohner leben seit Generationen im Einklang mit der Natur und werden daher als erfahrene Führer und Wächter rekrutiert. Ein weiterer Vorteil des Managements von Naturschutzgebieten sind moderne Technologien. Beispielsweise melden aktive RFID-Chips, mit denen Wildtiere gekennzeichnet sind, aus der Ferne die genaue Position und Bewegung von Großkatzen oder Pandas. Dank der präzisen Identifizierung und Überwachung können verschiedene Prozesse angepasst und die Auswirkungen des Schutzes von Lebensräumen auf Tierpopulationen bewertet werden. So wurde festgestellt, dass sich in relativ kurzer Zeit die Bestände der ussurischen Tiger, die einst als vom Aussterben bedroht galten, stabilisiert haben und deren Anzahl deutlich gestiegen ist.
Ökologische Zivilisation
Einer der beeindruckendsten Momente des Films war die Begegnung der Filmemacher mit den Großen Pandas. Eines der nationalen Symbole Chinas ist gleichzeitig das Aushängeschild des World Wide Fund for Nature (WWF). Das Logo wurde 1961 geschaffen, als der Große Panda als weltweit erkennbares Symbol für gefährdete Tiere ausgewählt wurde. Der Panda ist nicht nur ein Symbol für den WWF, sondern auch für die gesamte Naturschutzbewegung.
Und genau hier bringt China nicht eine strenge Isolation von Schutzgebieten, sondern das Prinzip des Zusammenlebens von Menschen im Einklang mit der Natur. Dieses Konzept hat in China den Namen "ökologische Zivilisation" erhalten und wird als der "goldene Mittelweg" beschrieben.
"Der goldene Mittelweg ist konzeptionell einfach, aber philosophisch tiefgründig und kann den Ansatz zum Naturschutz in der westlichen Welt verändern, der Mensch und Natur oft als gegensätzliche Kräfte wahrnimmt. In dieser Hinsicht könnte uns das heutige China und seine Ausrichtung im Naturschutz ein würdiger Partner und vielleicht sogar ein Vorbild sein", sagte Jiří Mánek in seinem Beitrag.
Abschließend sei noch erwähnt, dass Jiří Mánek gerade die letzten beiden Teile der geplanten Fünfteiligen Reihe über chinesische Nationalparks abschließt. Diese werden nächstes Jahr erscheinen und den Nationalpark vorstellen, der den tropischen Regenwald von Hainan schützt, sowie den Park Wuyishan. Hinsichtlich der Entwicklung von Parks in China sind bis zum Jahr 2035 insgesamt 49 Parks geplant, mit einer Gesamtfläche von 1,1 Millionen Quadratkilometern. Das entspricht 18 % der Fläche Chinas. Ein solch hoher Anteil an Schutzgebieten ist weltweit einzigartig.
Mikuláš Černý
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