Kreta, inmitten des purpurnen Meeres, wunderschön und bezaubernd! So beschreibt sie Herodot, der "Vater der Geschichtsschreibung", vor mehr als zweitausend Jahren. Man könnte sagen: "Möchten Sie ein langes Leben führen? Dann ziehen Sie nach Kreta." Das können natürlich nicht alle, aber es gibt etwas, das jeder ausprobieren kann: Lebensmittel von der "Zauberinsel" genießen.

Ölhaltige Cremes können Falten reduzieren, Olivenöl verbessert die Durchblutung der Muskeln, wenn man es aufträgt. Seine wundersamen Wirkungen bezeugen nicht nur aktuelle Statistiken und wissenschaftliche Laboruntersuchungen, sondern auch die antike griechische Mythologie. Denn Kreta ist den Göttern sehr nahe, schließlich wurde dort doch der Gott Zeus geboren!

Mythologische Bezüge

Die griechischen Götter stritten sich oft und machten sich gegenseitig Streiche. Zeus versuchte, diese Konflikte zu schlichten. Ein bekannter Streit um die Vorherrschaft über ein großes Gebiet wurde zwischen Poseidon und der Göttin Athene geführt. Zeus entschied, dass derjenige gewinnen sollte, der dem Volk ein wertvolleres Geschenk machte.

Poseidon nahm selbstbewusst seinen Dreizack und warf ihn in einen nahegelegenen Felsen. An der Stelle, an der er einschlug, sprudelte eine mächtige Quelle mit Meerwasser. Die Götter und die Menschen runzelten die Stirn, denn salziges Wasser hatten sie doch schon genug, sagten sie.

Dann war es Athenes Zug. Sie benutzte ebenfalls ihre Waffe – einen Speer – und steckte ihn in den Boden. Aus dem Speer wuchsen bald grüne Zweige, und schon bald stand ein Olivenbaum. Das war eines der wertvollsten Geschenke, die die Götter der Menschheit machten.

Die Olive war nicht nur ein Nahrungsmittel, sondern auch ein Symbol. Die Sieger der Olympischen Spiele wurden nämlich nicht mit Lorbeerkränzen geschmückt, wie oft angenommen, sondern mit Olivenzweigen! In den Kriegen, die auf dem Peloponnes nie ausblieben, baten die Besiegten um Frieden mit einem Olivenzweig. Der Olivenbaum war ein Symbol für Frieden, Fruchtbarkeit und Wohlstand. Auch Noah, im biblischen Bericht, sah eine Taube mit einem Olivenzweig, die das Ende der Sintflut verkündete.

Wir haben bereits Herodot erwähnt, den "Begründer der Geschichtsschreibung", der Kreta bewunderte. Auch nach Ansicht heutiger Historiker ist es für die Europäer der geheimnisvollste Ort ihrer Geschichte. Tausend Jahre vor dem Bau des ersten Tempels auf dem europäischen Kontinent entstand hier ein Palast, der mit seiner Größe, Konzeption und seinen technischen Innovationen alle Erklärungen übersteigt.

Zur Zeit, in der die Bewohner des übrigen Europas noch keine Axt angefertigt hatten (diese gefürchtete Waffe tauchte erst fast tausend Jahre später auf), kannten sie noch nicht einmal das Pferd, lebten in Höhlen oder, im besten Fall, in Hütten aus Lehm, während auf Kreta bereits Toiletten mit Wasserspülung, Wasserleitungen und Kanalisation sowie möglicherweise sogar eine primitive Klimaanlage vorhanden waren.

Die dortigen Architekten waren in der Lage, technisch und ästhetisch perfekte Baupläne zu erstellen, die sogar heute noch modernste Elemente zum Schutz vor Erdbeben enthielten. Die Menschen konnten in einer Schrift schreiben, die wir bis heute nicht entziffert haben.

Auf Kreta gab es zwar keine Darstellungen von Gottheiten, aber auch keine einzelnen Soldaten oder bewaffneten Personen. Wer waren diese Menschen, die so sicher in ihrer Stärke und Macht waren? Welchen Göttern huldigten sie? Waren sie wirklich die ursprünglichen Bewohner unseres Kontinents?

Zurück in die Gegenwart

Was sagt die moderne Gastronomie? Sie behauptet, dass Olivenöl ein fast wundersames Lebensmittel ist. Es ist ein Fett, das kein schädliches Cholesterin enthält und bei dem man nicht zunimmt. Außerdem hat es einen viel höheren Rauchpunkt als andere üblicherweise verwendete Pflanzenöle (z.B. Rapsöl, Sonnenblumenöl).

Das Olivenöl von Kreta, das in einem kleinen Kloster namens Heilige Dreifaltigkeit (Agia Triada) hergestellt wird, hat wiederholt internationale Auszeichnungen erhalten, darunter den Titel "Bestes Olivenöl des Mittelmeers". Eine Besonderheit ist, dass es von lokalen Mönchen hergestellt wird. Wir haben sie nach ihrem Rezept für die Herstellung von hochwertigem Olivenöl gefragt. Es sei eigentlich ganz einfach. Man benötigt lediglich: guten Boden, Olivenbäume, die mindestens fünfhundert Jahre alt sind, ausreichend Sonnenlicht und eine angemessene Feuchtigkeit. Und man darf niemals chemische Substanzen verwenden. Außerdem benötigt man die richtige Sorte kleiner Oliven, die "Koroneiki" genannt werden. Sobald die Ernte eingebracht wird, dürfen die geernteten Oliven nicht länger als eine Stunde liegen! Nach einer Stunde beginnt nämlich die Fermentation, die Qualität des Öls sinkt drastisch, und das Chlorophyll, das in dieser Sorte besonders reichlich vorhanden ist, wird zerstört. Deshalb haben Großproduzenten keine Chance. Dieser Artikel wurde mit freundlicher Genehmigung des Magazins Sféra veröffentlicht. **DIOCHI** **casopis-sfera.cz** / gnews.cz-HeK