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Die deutsche Wirtschaft vermeldet eine unerwartet positive Nachricht. Die Exporte von Waren sind im Mai gegenüber dem Vormonat um 0,9 Prozent gestiegen, obwohl Analysten laut der Nachrichtenagentur Reuters mit einem Rückgang von 0,3 Prozent gerechnet hatten. Die von dem deutschen Statistischen Bundesamt Destatis veröffentlichte Zahl ist vor allem deshalb wichtig, weil sie in einer Zeit kommt, in der die größte Volkswirtschaft der Europäischen Union weiterhin mit schwachem Wachstum, hohen Energiekosten und Vorsicht bei Unternehmen und Haushalten zu kämpfen hat.

Die Zahlen für Mai zeigen, dass die Auslandsnachfrage nach deutschen Waren stärker war als erwartet. Die Importe hingegen sanken nach saison- und kalenderbereinigung um 2,5 Prozent. Dadurch stieg das Handelsbilanzüberschuss auf 19,1 Milliarden Euro, während er im April bei 14,7 Milliarden Euro lag. Für Berlin ist dies ein positives Signal, da der Export für die deutsche Wirtschaft seit langem einer der wichtigsten Wachstumsmotoren ist.

Die Entwicklung war jedoch nicht gleichmäßig. Die Exporte in Länder der Europäischen Union sanken gegenüber dem Vormonat um 1,1 Prozent, während die Exporte außerhalb der EU um 3,6 Prozent stiegen. Gerade die stärkere Nachfrage aus Drittländern zog das Gesamt Ergebnis ins Plus. Dies kann auch für die deutsche Industrie wichtig sein, die in den letzten Jahren mit schwächeren Aufträgen, dem Druck billigerer Konkurrenz aus Asien und Unsicherheit im globalen Handel zu kämpfen hat.

Die positiven Exportdaten reihen sich an weitere gute Nachrichten aus der deutschen Industrie. Destatis hatte bereits früher angekündigt, dass die Industrieproduktion im Mai real um 0,9 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen sei. Im dreimonatigen Vergleich von März bis Mai lag die Produktion um 0,1 Prozent höher. Es handelt sich also nicht um eine plötzliche Wende, sondern eher um erste Anzeichen einer Stabilisierung nach einer längeren Phase der Schwäche.

Für die Regierung von Bundeskanzler Friedrich Merz sind die Zahlen eine willkommene Nachricht. Deutschland bemüht sich darum, seine Wettbewerbsfähigkeit wiederherzustellen, Investitionen zu beschleunigen und Bürokratie abzubauen. Das Exportwachstum im Mai löst das Problem der deutschen Wirtschaftsweise nicht an sich, zeigt aber, dass die industrielle Basis des Landes immer noch Stärke hat und bei einer günstigeren Auslandsnachfrage die Wirtschaft wieder unterstützen kann.

gnews.cz - GH

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