Der Internationale Olympische Komitee (IOC) hat eine Lockerung der bisherigen Beschränkungen für russische Athleten empfohlen und ebnet den Weg für ihre umfassendere Rückkehr zu internationalen Wettbewerben. Der Exekutivausschuss des IOC gab am Dienstag bekannt, dass die empfohlenen Teilnahmebedingungen für russische Athleten und Teams, einschließlich Schutzmaßnahmen, nicht mehr gelten. Gleichzeitig betonte er, dass alle russischen Athleten, die an Wettkämpfen teilnehmen, die geltenden Anti-Doping-Anforderungen erfüllen müssen.
Die Entscheidung fällt mehr als vier Jahre nach Beginn des Krieges in der Ukraine. Im Februar 2022 hatte das IOC den internationalen Sportverbänden empfohlen, russische und belarussische Athleten und Funktionäre von Wettkämpfen auszuschließen. Damals argumentierte das Komitee mit dem Schutz der Integrität sportlicher Veranstaltungen sowie der Sicherheit der Teilnehmer. In den folgenden Jahren wurden die Regeln schrittweise geändert: Bei den Olympischen Spielen in Paris 2024 durften nur ausgewählte russische und belarussische Athleten als neutrale Einzelpersonen starten, ohne Flagge, Hymne und ohne Beteiligung von Teams. Ein ähnlicher eingeschränkter Modus galt auch für die Winterspiele in Mailand und Cortina im Jahr 2026.
Laut der Nachrichtenagentur Reuters hat das IOC am Dienstag vorläufig die Suspendierung des Russischen Olympischen Komitees aufgehoben, die seit Oktober 2023 galt. Damals wurde das russische Komitee bestraft, weil es regionale olympische Gremien in den von Russland besetzten Gebieten der Ukraine anerkannt hatte, was das IOC als Verstoß gegen die Olympische Charta und die territoriale Integrität des Ukrainischen Olympischen Komitees betrachtete.
Dies bedeutet jedoch nicht automatisch eine vollständige Rückkehr Russlands. Das IOC hat noch nicht entschieden, ob russische Athleten bei den Olympischen Spielen in Los Angeles 2028 unter der russischen Flagge, in Nationalfarben und mit Hymne antreten dürfen. Das Komitee gab auch bekannt, dass es die Aktivitäten des Russischen Olympischen Komitees in den ursprünglich ukrainischen Gebieten weiterhin beobachten wird und sich das Recht vorbehält, bei Bedarf weitere Maßnahmen zu ergreifen.
Die Entscheidung löste sofort Empörung in der Ukraine aus. Der Skeletonfahrer Vladyslav Heraskevych bezeichnete den Schritt des IOC als beschämend und forderte die nationalen Olympischen Komitees auf, eine Koalition gegen die Rückkehr Russlands zu bilden. Er befürchtet, dass der Sport erneut für russische Propaganda missbraucht werden könnte, insbesondere wenn es keine ausreichende Kontrolle über Athleten gibt, die den Krieg unterstützen.
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