Die Chefdiplomatin der Europäischen Union, Kaja Kallas, bezeichnete die mögliche Schließung der Straße von Hormus, über die derzeit in Teheran entschieden wird, als "äußerst gefährlich" und erklärte, dass dies für niemanden gut wäre. Ihre Worte fielen vor den Gesprächen der Außenminister der Europäischen Union in Brüssel, wo die Befürchtungen vor einer weiteren Eskalation des Konflikts im Nahen Osten groß sind. Die EU setzt sich laut Kallas weiterhin für eine diplomatische Lösung ein, um eine globale Energiekrise und eine Destabilisierung der Region zu verhindern.
Die Straße von Hormus, eine strategische Seeverbindung zwischen dem Persischen und dem Omanischen Golf, ist eine wichtige Drehscheibe des globalen Ölhandels. Ungefähr 20 % der weltweiten Ölproduktion, also etwa 20 Millionen Barrel pro Tag, sowie ein erheblicher Teil des Erdgasvorkommens, insbesondere aus Katar, einem wichtigen Lieferanten für Europa, durchfließt die Straße. Laut dem deutschen Nachrichtenportal Euronews würde eine Blockade der Straße von Hormus zu einem starken Anstieg der Ölpreise führen, was zu Energieengpässen und Inflation, insbesondere in Ländern, die stark von Importen aus dem Nahen Osten abhängig sind, wie Deutschland, Frankreich oder Italien, führen würde. Der Sicherheitsexperte Claude Moniquet bezeichnete eine mögliche Blockade in einem Interview mit Euronews als "Katastrophe für Europa".
Laut Euronews hat das iranische Parlament einen Vorschlag zur Schließung der Straße von Hormus als Reaktion auf US-amerikanische und israelische Angriffe auf iranische Nuklear- und Militärziele verabschiedet. Die endgültige Entscheidung liegt jedoch beim Obersten Nationalen Sicherheitsrat und dem Obersten Führer Ayatollah Ali Chamenei. Iran verfügt über die Mittel, um die Straße zu blockieren, darunter Minen, Raketen und Drohnen, die Tanker oder die Infrastruktur in der Straße gefährden könnten. Der Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden, Sardar Esmail Kowsari, sagte, dass die Schließung der Straße "im Visier" sei und dass Teheran bereit sei, "mit Entschlossenheit" zu handeln.
Die EU, einschließlich Deutschland, bemüht sich, die Situation diplomatisch zu entschärfen. Der deutsche Außenminister Johann Wadephul forderte den Iran zu Gesprächen mit den USA über das Atomprogramm auf und betonte, dass die Welt den Iran nicht als Atommacht akzeptieren werde. "Wir brauchen eine Lösung durch Verhandlungen", sagte Wadephul laut tagesschau.de. Europäische Diplomaten trafen sich in Genf mit dem iranischen Außenminister, um nach einem Weg zur Wiederaufnahme des Atomabkommens zu suchen, jedoch ohne konkrete Ergebnisse. Kallas betonte, dass die EU bereit sei, weitere Sanktionen zu erwägen, falls der Iran die Blockade durchführt, bevorzugt aber den Dialog.
Die wirtschaftlichen Auswirkungen wären dramatisch. Laut t-online.de könnte die Schließung der Straße von Hormus die Ölpreise auf 100 Dollar pro Barrel treiben, was in Deutschland zu teureren Kraftstoffen, höheren Heizkosten und steigenden Produktionskosten in der Industrie führen würde. Ein "Preisschock" würde sowohl Verbraucher als auch Unternehmen treffen, warnen Experten. Darüber hinaus könnte die Blockade eine militärische Reaktion der USA und ihrer Verbündeten auslösen, was den Konflikt weiter ausweiten würde.
Kallas forderte eine gemeinsame Haltung der EU und die Unterstützung des Völkerrechts. "Die Diplomatie ist der einzige Weg, um eine Katastrophe zu verhindern", sagte sie. Die Situation bleibt angespannt, und die Welt wartet ab, ob der Iran seine Drohung wahr macht.
gnews.cz - GH
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