Das Abgeordnetenhaus der Tschechischen Republik hat heute in der ersten Lesung den Regierungsvorschlag unterstützt, der ab nächstem Jahr die Höhe des Elternzuschusses erhöhen soll. Wenn der Gesetzesentwurf den gesamten Gesetzgebungsprozess durchläuft, könnten Eltern von Kindern, die nach dem 1. Januar 2027 geboren werden, anstelle der derzeitigen 350.000 Kronen 400.000 Kronen erhalten. Bei Zwillingen und Mehrlingen würde der Betrag von 700.000 auf 800.000 Kronen steigen.
Der Vorschlag geht nun an den Sozialausschuss, wo mit den heftigsten Debatten darüber zu rechnen ist, wem genau die Erhöhung zustehen soll. Der Regierungsvorschlag sieht vor, dass der höhere Elternzuschuss nur für Kinder gilt, die ab Anfang 2027 geboren werden, oder für Kinder, die nach Inkrafttreten des Gesetzes in eine dauerhafte Pflege aufgenommen werden, die die elterliche Fürsorge ersetzt. Das Ministerium für Arbeit und Soziales gibt an, dass die Struktur der Leistung, der Zweck des Zuschusses, die Verfahrensregeln und die administrativen Abläufe nicht geändert werden sollen.
Ein politisch sensibles Thema ist der Übergangszeitraum. Die Koalitionspartei SPD fordert, dass der Staat auch Eltern von Kindern bis zum Alter von drei Jahren, die vor dem 1. Januar 2027 geboren wurden, finanziell unterstützt. Diese Gruppe würde laut dem aktuellen Regierungsvorschlag keine volle Erhöhung erhalten. Ein Teil der Oppositioner öffnet gleichzeitig erneut die Frage der regelmäßigen Anpassung des Elternzuschusses, also der automatischen Erhöhung entsprechend der Preissteigerung oder eines anderen festen Mechanismus.
Das Ministerium verteidigt den Vorschlag mit dem Hinweis auf die steigenden Lebenshaltungskosten und die Auswirkungen der Inflation auf Familien mit kleinen Kindern. Der Minister für Arbeit und Soziales, Aleš Juchelka, hatte bereits bei der Zustimmung zum Gesetzesentwurf durch die Regierung erklärt, dass der Elternzuschuss zu den wichtigsten Instrumenten der Familienförderung gehört. Laut dem Ministerium soll der höhere Betrag die finanzielle Situation der Haushalte verbessern und den Eltern helfen, die Kinderbetreuung besser mit dem Berufsleben zu vereinbaren.
Die Erhöhung wird jedoch auch Auswirkungen auf den Staatshaushalt haben. Laut früheren Angaben des Ministeriums würden die ersten zusätzlichen Kosten für das Jahr etwa 230 Millionen Kronen betragen. Nach vollständiger Einführung des Systems, also ab dem Jahr 2030, könnten die zusätzlichen jährlichen Kosten auf etwa 3,6 Milliarden Kronen steigen.
Die heutige erste Lesung bedeutet also nicht die endgültige Genehmigung des höheren Elternzuschusses, sondern bestätigt, dass der Vorschlag im Abgeordnetenhaus eine Chance hat. Entscheidend wird sein, ob die Abgeordneten die Regierungsvorlage nur für Kinder beibehalten, die ab dem Jahr 2027 geboren werden, oder ob sie einen breiteren Kreis von Familien in das Gesetz aufnehmen.
gnews.cz - GH
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