PRAG - Die Ausstellung "Stille Frühlingszeit. Kunst und Natur, 1930-1970" im Ausstellungspalast beleuchtet die Veränderungen in der Beziehung des Menschen zur Natur – nicht nur zur Flora und Fauna, sondern auch zur Landschaft als Ganzem – in der Kunst von den 1930er Jahren bis zum Beginn der sogenannten Normalisierung. Sie zeigt, dass die Natur nicht nur eine Kulisse für die menschliche Existenz ist und daher nicht unendlich ausgebeutet werden darf.

„Diese Ausstellung wirft im Wesentlichen die grundlegende Frage auf, ob Mensch und Kultur im Widerspruch zur Existenz der Natur stehen“, sagte die Kuratorin der Ausstellung, Eva Skopalová.

Die Besucher können sich auf mehr als hundert Werke aus den umfangreichen Sammlungen der Nationalgalerie und ausländischen Institutionen freuen. Zu den ausgestellten Werken gehören Arbeiten von ikonischen Künstlern wie František Kupka, Josef Šíma, Toyen, Jindřich Štyrský, František Muzika, Eva Kmentová und Hana Wichterlová. Es sind auch Werke ausländischer Künstler aus Polen und der Slowakei zu sehen, darunter Karol Hiller, Adam Procký und Mária Bartuszová. Die Kuratorin hat diese Auswahl um Werke zeitgenössischer Künstlerinnen – Anna Hulačová, Eliška Konečná, Jimena Mendoza, Marie Tučková und Kristína Bukovčáková – ergänzt, die als Ausdruck der Verbundenheit mit der Vergangenheit verstanden werden können.

„Mit dem, was die Künstler vor sechzig, achtzig, neunzig Jahren gefunden haben, können wir uns heute gut identifizieren, unter anderem durch die zeitgenössischen Werke der Künstlerinnen. Die Gedanken der Menschen, die nicht mehr leben, sind für uns nicht tot, sie nehmen an der Gegenwart teil“, sagte die Kuratorin.

Das Projekt widmet sich der emotionalen Verbindung des Menschen zur Natur und untersucht, wie historische Ereignisse wie Krieg und totalitäre Regime unsere Wahrnehmung der Landschaft beeinflusst haben oder wie unsere Bindungen zur Landschaft unterbrochen wurden. Die Kunstwerke werden zu einem Mittel, um eine sensible Beziehung zu allem Lebendigen wiederherzustellen. Sie dienen als Instrument, das die Besucher zur eigenen Reflexion und Erfahrung anregt. „Die emotionale, innige Verbindung zur Natur ist vielleicht ein intuitives Prinzip unseres eigenen Überlebens. Wenn wir etwas lieben, schützen wir es“, erklärt die Kuratorin.

Die Generaldirektorin der Nationalgalerie Prag, Alicja Knast, fügt hinzu: „Diese Ausstellung, die von der Kuratorin Eva Skopalová mit dem Einsatz des gesamten NGP-Teams konzipiert wurde, vereint die Stimmen von Künstlern, Denkern und Visionären, die, wie die Schriftstellerin Rachel Carson, die Gleichgültigkeit in Frage stellen und uns dazu zwingen, unsere Beziehung zur Welt um uns herum zu überdenken. Die Künstler in der Ausstellung erinnern uns mit ihren Werken daran, dass die Natur nicht der Hintergrund unserer Existenz ist, sondern ihre Grundlage. Sie erinnern uns daran, dass unsere heutigen Entscheidungen die Landschaft von morgen prägen werden.“

Der letzte Teil der Ausstellung konzentriert sich auf das Thema der Ausbeutung der Natur während der sogenannten Normalisierung, als die Landschaft primär als Ressource betrachtet wurde. Die Ausstellung verweist auch auf wichtige zeitgenössische Ereignisse, einschließlich der Diskussion über Pestizide nach der Veröffentlichung des Buches Rachel Carsons "Silent Spring" (später übersetzt als "Stille Frühlingszeit") im Jahr 1962, das vier Jahre später in der Tschechoslowakei erschien und in den USA zu einer Gesetzesänderung führte.

Alicja Knast fasst zusammen: „Die Geschichte hat gezeigt, dass eine Stimme eine Generation aufwecken kann. Stille Frühlingszeit ist eine Einladung zum Zuhören – der Kunst, der Natur und der Dringlichkeit unserer Zeit.“

Die Ausstellung ist bis zum 31. August 2025 im 1. Stock des östlichen Flügels des Ausstellungspalastes der NGP in Prag 7, Dukelských hrdinů 47, zu sehen.

NGP/gnews.cz - HeK

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