`

PRAG/ANKARA – Die tschechische Regierung plant, im nächsten Jahr die Finanzierung des Verteidigungsbereichs deutlich zu erhöhen. Laut Ministerpräsident Andrej Babiš (ANO) soll das Budget des Verteidigungsministeriums um weitere 36 Milliarden Kronen erhöht werden. Die Tschechische Republik soll damit erstmals die langfristige Verpflichtung gegenüber der Nordatlantischen Allianz (NATO) erfüllen, wonach die Mitgliedsstaaten mindestens zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) für die Verteidigung ausgeben sollen.

Der Ministerpräsident gab dies vor seiner Abreise zum NATO-Gipfel in Ankara bekannt. Er betonte, dass die Sicherheitslage in Europa und der Welt entsprechende Investitionen in die Verteidigung, die Modernisierung des Militärs und die Stärkung der Verteidigungsfähigkeiten der Tschechischen Republik erfordere. Die Erhöhung des Budgets soll laut Regierung die Fortsetzung umfangreicher Modernisierungsprojekte, die Erhöhung der Einsatzbereitschaft der Armee der Tschechischen Republik sowie die Entwicklung der heimischen Verteidigungsindustrie ermöglichen.

Im laufenden Jahr verwaltet das Verteidigungsministerium ein Budget von 154,79 Milliarden Kronen, was etwa 1,8 Prozent des tschechischen BIP entspricht. Neben diesem Betrag sind weitere 30 Milliarden Kronen für die Verteidigung aus anderen Kapiteln des Staatshaushalts vorgesehen. Die gesamten Ausgaben für die Verteidigung sind somit bereits in diesem Jahr deutlich gestiegen im Vergleich zu den Vorjahren. Wenn die vorgeschlagene Erhöhung vom Parlament genehmigt wird, wird die Tschechische Republik erstmals die Grenze von zwei Prozent des BIP erreichen, die für die Verteidigung vorgesehen sind. Dieses Ziel ist Teil der Verpflichtungen der NATO-Mitgliedsstaaten und hat in den letzten Jahren zu einem der Hauptthemen der Bündnispolitik im Zusammenhang mit der sich verschlechternden Sicherheitslage in Europa geworden.

Die zusätzlichen finanziellen Mittel sollen vor allem für die Modernisierung militärischer Ausrüstung, den Bau von Infrastruktur, den Kauf neuer Waffen, die Stärkung der Luftverteidigung, die Cyber-Sicherheit, die Logistik sowie die Unterstützung von Berufssoldaten und aktiven Reservisten verwendet werden. Teil dieser Investitionen sollen auch Projekte sein, die auf die Zusammenarbeit mit Verbündeten im Rahmen der NATO und die Stärkung der Fähigkeit der tschechischen Armee abzielen, auf neue Sicherheitsherausforderungen zu reagieren. Der bevorstehende NATO-Gipfel in Ankara wird sich nicht nur den Fragen der kollektiven Verteidigung widmen, sondern auch der weiteren Entwicklung der Bündnisfähigkeiten, der Unterstützung der Verteidigungsindustrie und der Koordinierung der Sicherheitspolitik der Mitgliedsstaaten. Die tschechische Delegation wird hier ihre Prioritäten im Bereich der Verteidigung sowie die geplanten Erhöhungen der Verteidigungsausgaben vorstellen.

gnews.cz - GH