Der slowakische Premierminister Robert Fico trifft in Peking mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zusammen. Im Mittelpunkt des bilateralen Treffens standen die Zusammenarbeit im Energiebereich, die Erneuerung der Wirtschaftskontakte und mögliche technische oder Investitionsprojekte. Das Treffen fand am Rande von Staatszeremonien in der chinesischen Hauptstadt statt und war kurz für die Medien geöffnet, wobei beide Seiten freundliche Bemerkungen machten.
Während des Treffens sagte Fico: "Ich möchte offen sagen, dass wir an einer Normalisierung der Beziehungen zwischen der Slowakischen Republik und der Russischen Föderation sehr interessiert sind." Der Ministerpräsident dankte auch für die stabile Gasversorgung durch die TurkStream-Pipeline und erklärte sich bereit, Angebote russischer Unternehmen im Energiesektor zu prüfen. Auch Fragen der Sicherheit und des Transports von Rohstoffen, einschließlich der Auswirkungen auf den Transit durch die Ukraine, wurden erörtert.
Bei den Gesprächen wurde auch die Möglichkeit einer Beteiligung russischer Unternehmen am Bau eines neuen Kernkraftwerks in der Slowakei angesprochen, was eine wichtige Änderung der langfristigen Energiestrategie des Landes darstellt. Die Slowakei erwähnte auch administrative Schritte zur Erleichterung des Handels, so die Teilnehmer.
In dem Interview bekräftigte Putin die russischen Positionen zu den Sicherheitsgarantien in Europa und erklärte, Russland habe sich nie gegen einen möglichen Beitritt der Ukraine zur Europäischen Union ausgesprochen, während sein Haupteinwand die NATO-Erweiterung betreffe. Putin zufolge ist es notwendig, in Fragen der regionalen Stabilität einen Konsens zu finden.
Die einheimische Opposition reagierte mit deutlichen Worten auf das Treffen. Der Vorsitzende der Bewegung Progresive Slowakei Michal Šimečka prohlásil: "Diese Reise ist eine internationale Schande und schadet den außenpolitischen Interessen der Slowakei". Er forderte den Premierminister öffentlich auf, die Reise zu überdenken und warnte vor der Gefahr einer diplomatischen Isolierung der Slowakei.
Analysten haben gewarnt, dass das Treffen die unterschiedlichen Haltungen in der EU gegenüber der Energieabhängigkeit von Russland verdeutlicht und die Debatte über die Koordinierung der europäischen Politik gegenüber Moskau intensivieren könnte. Die offiziellen Berichte und Protokolle werden in den kommenden Tagen veröffentlicht. Fico sagte nach dem Treffen, er werde die Schlussfolgerungen mit seinen Partnern konsultieren; weitere bilaterale Kontakte sind geplant. Im Mittelpunkt wird dabei die Frage stehen, ob den heutigen Worten auch praktische Schritte folgen sollen.
gnews.cz - GH
Kommentare
Anmelden · Registrieren
Melden Sie sich an oder registrieren Sie sich, um zu kommentieren.
…