DAMASKUS - Bei israelischen Luftangriffen auf die syrische Hauptstadt Damaskus gab es nach Angaben des syrischen Gesundheitsministeriums drei Tote und 34 Verletzte. Die Angriffe, die am Mittwoch stattfanden, trafen mehrere wichtige Orte, darunter das Gebiet des Hauptquartiers der syrischen Streitkräfte und einigen Medienberichten zufolge auch den Präsidentenpalast.

Die israelische Armee bestätigte die Luftangriffe und erklärte, sie seien eine Reaktion auf die sich verschlechternde Lage im Süden Syriens, wo es seit dem 13. Juli zu Zusammenstößen zwischen lokalen drusischen Milizen, die Israel unterstützt, und syrischen Regierungstruppen kommt.

Nach Angaben von Reuters beschädigten israelische Luftangriffe einen Teil des Gebäudes des Verteidigungsministeriums und trafen ein Gebiet in der Nähe des Präsidentenpalastes. Ein israelischer Militärbeamter sagte, die Angriffe hätten den Eingang zum militärischen Hauptquartier und ein militärisches Ziel in der Nähe des Palastes als Warnung an die syrische Regierung getroffen, die nach Ansicht Israels die drusische Minderheit in der südlichen Provinz Suwayda nicht vor Angriffen schützt. Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz betonte, dass die israelischen Streitkräfte ihre Angriffe fortsetzen werden, bis sich die syrischen Truppen aus dem Gebiet zurückziehen.

Der Konflikt in Suwayda brach aus, nachdem syrische Regierungstruppen gegen Zusammenstöße zwischen drusischen Milizen und bewaffneten Beduinen eingeschritten waren. Diese Zusammenstöße, die am Sonntag begannen, haben nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mehr als 260 Menschenleben gefordert, darunter vier Kinder und fünf Frauen. In Suwayda, einer überwiegend drusischen Provinz, nehmen die Spannungen zu, da einige lokale Drusen die Autorität der neuen Regierung unter Interimspräsident Ahmad al-Shara ablehnen, während andere die Integration in den syrischen Staat fordern.

Die syrische Regierung und der klerikale Drusenführer Scheich Yusuf Jarbo kündigten eine Waffenruhe an, deren Einhaltung jedoch ungewiss ist, da ein anderer Drusenführer, Hikmat al-Hijri, zu weiteren Kämpfen gegen die Regierungstruppen aufgerufen hat, die er als "bewaffnete Banden" bezeichnete. Diese Spaltung zwischen den Drusenführern verkompliziert die Situation und erhöht das Risiko einer weiteren Eskalation. In der Zwischenzeit haben Hunderte von israelischen Drusen die Grenze nach Syrien überquert, um ihre Verwandten zu unterstützen, was der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu kritisiert und sie zur Rückkehr aufgefordert hat.

Die internationalen Reaktionen auf die Anschläge fielen unterschiedlich aus. UN-Generalsekretär António Guterres verurteilte die israelischen Luftangriffe als "eskalierend" und eine Verletzung der syrischen Souveränität. Auch Saudi-Arabien und die Europäische Union haben Israel für die Verletzung des Völkerrechts kritisiert.

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