Die Europäische Kommission hat ein neues Paket von Vorschlägen vorgelegt, die das Reisen in ganz Europa, insbesondere im Eisenbahnsektor, erheblich erleichtern sollen. Ziel ist es, den Fahrgästen die Möglichkeit zu geben, mit einem einzigen System und einer einzigen Transaktion Fahrkarten für verschiedene Länder und Verkehrsunternehmen zu planen, zu vergleichen und zu kaufen.

Derzeit ist es nach Ansicht der Kommission für Reisende oft schwierig, verschiedene Transportmöglichkeiten zu finden und zu kombinieren, insbesondere bei grenzüberschreitenden Reisen. Das Problem ist die Fragmentierung der Buchungssysteme und die Tatsache, dass die einzelnen Eisenbahnunternehmen getrennt voneinander operieren. Dies erschwert zum Beispiel kombinierte Reisen, bei denen mehrere Fahrkarten von verschiedenen Unternehmen gekauft werden müssen.

Mit den neuen Vorschriften soll sich dies ändern. Die Fluggäste sollen nun „ein Ticket“ für die gesamte Strecke kaufen können, auch wenn diese von mehreren Luftfahrtunternehmen bedient wird. Dieses Ticket wird sowohl über unabhängige Buchungsplattformen als auch direkt bei den Beförderungsunternehmen erworben werden können. Die Kommission kommt damit einer langjährigen Forderung nach einem einfacheren und transparenteren europäischen Fahrscheinmarkt nach.

Eine weitere wichtige Änderung ist die Stärkung der Fahrgastrechte. Im Falle eines verpassten Anschlusses bei Reisen mit einem einzigen gemeinsam genutzten Flugschein haben die Fahrgäste Anspruch auf Unterstützung, anderweitige Beförderung, Erstattung oder finanziellen Ausgleich. Damit soll sichergestellt werden, dass die Fahrgäste nicht benachteiligt werden, nur weil sie mit mehr als einem Beförderer reisen.

Die neue Verordnung konzentriert sich auch auf den Betrieb von Verkaufsplattformen. Sie müssen ihre Angebote transparent und neutral darstellen, einschließlich der Möglichkeit, nach Treibhausgasemissionen zu sortieren. Darüber hinaus müssen Beförderer und Plattformen faire und diskriminierungsfreie Handelsvereinbarungen abschließen.

Die nächsten Schritte hängen nun von den Vorschlägen ab, die im EU-Rat und im Europäischen Parlament diskutiert werden. Die Kommission fordert die Mitgliedstaaten außerdem auf, die Einführung von Regeln für die gemeinsame Nutzung von Verkehrsdaten zu beschleunigen, um das Entstehen multimodaler Buchungssysteme zu unterstützen.

Laut Eurobarometer-Umfragen besteht bei den Europäern ein großes Interesse an solchen Änderungen. Die Reform baut auf der langjährigen Vision von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf, die das Konzept eines einzigen Tickets für alle Fahrten innerhalb Europas gefördert hat.

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