KIEW - Der ukrainische Präsident Wolodymyr Zelenskij traf heute in der Hauptstadt Kiew mit hochrangigen Vertretern Großbritanniens, Frankreichs, Deutschlands und Polens zusammen, um einen Vorschlag für einen sofortigen Waffenstillstand im Krieg in der Ukraine zu erörtern. Das Ergebnis der Gespräche war ein gemeinsames Angebot für einen Waffenstillstand, der ohne Vorbedingungen am Montag, den 12. Mai, in Kraft treten und mindestens 30 Tage lang gelten soll.
Zelensky sagte auf einer Pressekonferenz, dass die Waffenruhe den Weg für weitere diplomatische Verhandlungen ebnen und die seit mehr als zwei Jahren andauernde humanitäre Krise lindern könnte. "Die Ukraine ist bereit, über den Frieden zu verhandeln. Wir müssen aufhören, die Toten zu zählen, und anfangen, nach einer Lösung zu suchen", sagte der Präsident. Die europäischen Staats- und Regierungschefs warnten außerdem, dass neue und weitreichende Sanktionen koordiniert würden, falls Russland unter der Führung von Präsident Wladimir Putin den Waffenstillstandsvorschlag ablehne. Diese sollen Schlüsselsektoren der russischen Wirtschaft treffen, darunter die Energie-, Finanz- und Rüstungsindustrie. Die westlichen Staaten haben außerdem erklärt, dass sie der Ukraine weiterhin Verteidigungsgüter liefern werden, bis eine dauerhafte Lösung erreicht ist.
Obwohl die Vereinigten Staaten bei dem Treffen nicht vertreten waren, stehen sie voll und ganz hinter der europäischen Initiative und werden sich im Falle einer russischen Weigerung den Sanktionsmaßnahmen anschließen, heißt es in der Erklärung des Weißen Hauses. Der Kreml reagierte ablehnend. In einer kurzen Erklärung, die von der Nachrichtenagentur TASS veröffentlicht wurde, hieß es, dass "Russland sich nicht durch die Androhung von Sanktionen einschüchtern lässt" und dass "ein Waffenstillstand nur unter Wahrung der Interessen der Russischen Föderation ausgehandelt werden kann". Unterdessen warnen internationale Beobachter, dass die Lage an der Front weiterhin angespannt ist. In einigen Gebieten, insbesondere in den Regionen Donbas und Saporoshje, wird weiterhin heftig gekämpft. Die UNO hat beide Seiten zur Zurückhaltung aufgerufen und appelliert an den Schutz der Zivilbevölkerung.
Die kommenden Tage werden also entscheidend für die weitere Entwicklung des Konflikts sein. Die Reaktion Moskaus auf die europäische Forderung nach einem Waffenstillstand kann darüber entscheiden, ob die Region eine Pause in den Kämpfen oder eine weitere Eskalation erlebt.
gnews.cz-jav
Kommentare
Anmelden · Registrieren
Melden Sie sich an oder registrieren Sie sich, um zu kommentieren.
…