Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) hat ihre Empfehlung an Fluggesellschaften, den Luftraum über dem Nahen Osten zu meiden, erneut verlängert. Die neue Einschränkung gilt bis zum 24. April 2026, wobei die Agentur betont, dass der Inhalt des Bulletins unverändert bleibt. Die vorherige Empfehlung war am 10. April ausgelaufen.
Das Bulletin gilt für den Luftraum von Bahrain, Iran, Irak, Israel, Jordanien, Kuwait, Libanon, Oman, Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien. Die einzigen Ausnahmen bleiben Flüge über den südlichen Teilen von Saudi-Arabien und Oman, nur in einer Höhe über FL320 und vorbehaltlich einer aktuellen Risikobewertung.
Auslöser der Situation waren die Militärschläge der USA und Israels gegen iranische Militäreinrichtungen am 28. Februar 2026. Daraufhin startete der Iran Vergeltungsangriffe, die den Luftraum der Nachbarstaaten weiter destabilisierten. Auch Länder, die US-Militärstützpunkte beherbergen, sind gefährdet, da Flugabwehrsysteme, die in allen Höhenlagen zuschlagen können, sowie Marschflugkörper und ballistische Raketen den gesamten betroffenen Luftraum verwundbar machen.
Auswirkungen auf den Luftverkehr
Die Beschränkungen haben zu einer der größten Unterbrechungen des weltweiten Flugverkehrs seit der Covid-Pandemie geführt. Der iranische, irakische, kuwaitische und syrische Luftraum ist mit offiziellen NOTAMs gesperrt. Europäische Fluggesellschaften wie British Airways und Lufthansa haben Flüge nach Dubai bis mindestens Ende Mai 2026 ausgesetzt. Flüge zwischen Europa und Asien werden über den Kaukasus oder Zentralasien umgeleitet, wobei die Reisezeit zwei bis vier Stunden länger dauert.
Auf dem Höhepunkt der Krise reduzierte Emirates seinen Betrieb erheblich - vor dem Konflikt beförderte das Unternehmen mehr als 55 Millionen Passagiere pro Jahr, jetzt operiert es mit einem Bruchteil seiner ursprünglichen Kapazität. Der Versicherungsschutz für europäische Fluggesellschaften ist direkt mit den EASA-Ratings verknüpft - ohne eine Änderung des Bulletins können die Versicherer den Versicherungsschutz für Kriegsrisiken nicht erneuern.
Die Situation ist nach wie vor instabil, und die EASA hat angekündigt, die Entwicklungen kontinuierlich zu beobachten, bevor die Gültigkeit des Bulletins neu bewertet wird.
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