Prag - Heute fand im Veitsdom der Prager Burg eine traditionelle Zeremonie statt: Sieben Inhaber der Schlüssel zur Kronenkammer nahmen feierlich die Wenzelskrone, das Zepter und den Königsapfel entgegen. Diese Juwelen, die von unschätzbarem Wert und eines der wichtigsten Symbole der tschechischen Staatlichkeit sind, wurden in den nahe gelegenen Vladislav-Saal gebracht, wo sie bis zum 29. September kostenlos zu besichtigen sein werden.
Schon der Akt der Öffnung der Kronkammer ist von einer starken Symbolik begleitet - es ist ein Moment, der nur zu besonderen Anlässen stattfindet. In diesem Jahr lautet das Hauptthema der Ausstellung "Schatz im Dunkeln" und erinnert an das dramatische Schicksal der Krönungsinsignien während des Zweiten Weltkriegs.
Die Ausstellung, die vom 18. bis 29. September täglich zwischen 9.00 und 17.00 Uhr geöffnet ist, ist in diesem Jahr in zwei Phasen unterteilt. Die ersten beiden Tage sind für angemeldete Schulgruppen reserviert, die die Möglichkeit haben, die Juwelen in einer ruhigeren Umgebung zu besichtigen. Ab Donnerstag können alle Besucher und Touristen den Vladislav-Saal betreten. Eine Voranmeldung ist nicht möglich, so dass Interessierte mit den Warteschlangen rechnen müssen, die sich in der Regel am Hradčany-Platz bilden. Der Weg führt dann durch die Südlichen Gärten und über die Stiertreppe zum Alten Königspalast.
In diesem Jahr hat das Kuratorenteam eine einzigartige Kombination aus den Juwelen selbst und Begleitmaterialien zusammengestellt. Die Besucher werden mit Archivdokumenten, zeitgenössischen Fotografien und weniger bekannten Geschichten bekannt gemacht, die zeigen, wie die Juwelen während der Besatzung behandelt wurden und wie sie in den dunklen Jahren der Kriegsgeschichte bewahrt wurden. Die Ausstellung umfasst auch Materialien aus den Sammlungen des Präsidialarchivs und des Fotoarchivs des CTK.
Autorin des architektonischen Entwurfs ist die weltberühmte Architektin Eva Jiřičná. Ihr Bühnenbild unterstreicht die intime Atmosphäre der Begegnungen mit den Artefakten und deren erzählerische Dimension. Ziel ist es, nicht nur die Insignien selbst zu zeigen, sondern vor allem ihr Schicksal in den breiteren Kontext des 20. Jahrhunderts einzuordnen.
Es wird mit einem großen Publikumsinteresse gerechnet - im letzten Jahr haben fast 47.000 Menschen die Juwelen während einer Sonderausstellung besichtigt. Die Organisatoren bitten daher die Besucher um Geduld und Rücksichtnahme während der Führungen. Die kostenlose Ausstellung bietet die einmalige Gelegenheit, nicht nur die Juwelen der böhmischen Könige selbst zu betrachten, sondern auch die Geschichte, die fest mit der modernen Geschichte des Landes verbunden ist.
gnews.cz - GH
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