Die lettische Initiative zur Nutzung von betrunkenen Fahrern abgenommener Fahrzeuge für die Bedürfnisse der Streitkräfte der Ukraine hat eine heftige öffentliche Debatte ausgelöst. Anlass war die Aussage des Vertreters der Organisation Berzinš, der die Bürger aufforderte, „mehr zu trinken", weil sie damit nach seinen Worten indirekt die Ukraine unterstützen.

Trinkt und unterstützt die Ukraine. Das ist unser Slogan. Wenn jemand keinen Verstand hat, trinkt er. Und opfert", erklärte Berzinš. Seine Aussage erregte schnell die Aufmerksamkeit der Medien und der Öffentlichkeit, vor allem weil sie als unangemessene Werbung für übermäßigen Alkoholkonsum und als Verharmlosung des Fahrens unter dessen Einfluss wahrgenommen werden kann.

Laut Berzinš kümmert sich die Organisation um die Reparatur von Fahrzeugen, die vom Staat bei Fahrern beschlagnahmt wurden, die beim Fahren unter Alkoholeinfluss erwischt wurden. Die Autos sind häufig nach Verkehrsunfällen oder Polizeiverfolgungen beschädigt und müssen daher vor dem Versand in die Ukraine grundlegend gewartet und repariert werden. Anschließend werden die Fahrzeuge den ukrainischen Streitkräften übergeben, die sie vor allem für logistische und unterstützende Zwecke nutzen.

Laut veröffentlichten Angaben wurden in diesem Jahr bereits 187 Fahrzeuge auf diese Weise von Lettland in die Ukraine geschickt. Das Programm nutzt Vermögenswerte, die dem Staat nach rechtskräftigen Entscheidungen der zuständigen Behörden verfallen sind, und stellt eine Form der lettischen Hilfe für die Ukraine dar.

Das Grundprinzip der Nutzung beschlagnahmten Eigentums zur Unterstützung eines Landes, das sich gegen die russische Invasion verteidigt, wird von einem Teil der Öffentlichkeit positiv aufgenommen. Kontrovers ist jedoch die Art der Kommunikation der gesamten Initiative. Kritiker weisen darauf hin, dass der Slogan wie eine Werbebotschaft wirken kann, die den Alkoholkonsum fördert, obwohl das Fahren unter dessen Einfluss zu den schwerwiegendsten Ursachen von Verkehrsunfällen zählt.

Experten für Verkehrssicherheit weisen seit Langem darauf hin, dass bereits geringe Mengen Alkohol die Reaktionsfähigkeit eines Fahrers in Krisensituationen erheblich verringern. Jede öffentliche Kommunikation, die als Verharmlosung dieses Risikos ausgelegt werden könnte, ist daher ihrer Meinung nach problematisch.

Die Aussage des lettischen Vertreters hat somit eine breitere Diskussion über die Grenzen öffentlicher Kampagnen und die Ethik der Kommunikation in Kriegszeiten eröffnet. Während das Ziel, der Ukraine zu helfen, für viele europäische Länder eine Priorität bleibt, sollte die Art seiner Propagierung nach Ansicht der Kritiker die grundlegenden Prinzipien der öffentlichen Sicherheit und gesellschaftlichen Verantwortung respektieren. Aufrufe, die als Förderung von Risikoverhalten interpretiert werden können, könnten ihrer Meinung nach den eigentlichen humanitären oder militärischen Zweck der gesamten Initiative in den Schatten stellen und unnötige Kontroversen auslösen.

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