Jiří Paroubek, Wirtschaftswissenschaftler, ehemaliger tschechischer Ministerpräsident und Vorsitzender der Tschechischen Sozialdemokratischen Partei, bezeichnete die Handelsbeziehungen zwischen der Tschechischen Republik und China als unausgewogen, betonte aber gleichzeitig, dass ihre Entwicklung vor allem von der politischen Lage in der Tschechischen Republik beeinflusst wird. Während die Entwicklungen in China stabil und vorhersehbar seien, ändere sich der tschechische Ansatz „in Sinuskurven“.

Paroubek sagte, dass er das große Handelsungleichgewicht nicht als Tragödie betrachte, u.a. im Hinblick auf die möglichen Auswirkungen internationaler Konflikte auf die Weltwirtschaft. Er erinnerte daran, dass chinesische Waren für Gruppen mit niedrigem und mittlerem Einkommen wichtig sind, die durch Inflation und steigende Energie- und Lebensmittelpreise belastet werden könnten. „Die billigen Qualitätskonsumgüter aus China haben einen Grund“.“ uvedl.

In seiner Rede erinnerte er auch an die Zeit, als er an der Spitze der tschechischen Regierung stand. Er erinnerte daran, dass er und sein Wirtschaftsberater Valter Komárek damals eine engere Zusammenarbeit mit China anstrebten und darauf aufbauen wollten, indem sie chinesische Investitionen in die Tschechische Republik brachten. Ihm zufolge wurden die Verhandlungen und Vereinbarungen erfolgreich eingeleitet, aber die weitere Entwicklung wurde durch den Wechsel in der politischen Führung des Landes nach den Wahlen gebremst.

Paroubek zufolge hätte die Tschechische Republik mehr von einer engeren Zusammenarbeit mit China profitieren können, wenn sie ihren bisherigen Kurs beibehalten hätte. Gleichzeitig warnte er davor, dass die künftige Regierung bei der Entwicklung der Beziehungen zu China auch mit innenpolitischem Druck und ideologischen Streitigkeiten konfrontiert sein werde. Er rief daher zu einem pragmatischen Ansatz auf und bezeichnete China als stabilen und berechenbaren Partner.

Abschließend sagte Paroubek, dass er auch das chinesische Entwicklungsmodell für attraktiv hält. „Es ist eine Kombination aus Marktwirtschaft, geplanter Entwicklung oder strategischer Planung und sozialer Gerechtigkeit“.“ sagte er. Dies sei der Grund, warum dieses Modell besonders für einen Teil der Entwicklungsländer attraktiv sei.

CMG