Europa bereitet sich auf eine mögliche Verschlechterung der Sicherheitslage vor, und der Hafen von Rotterdam, der größte in Europa, steht im Mittelpunkt dieser Vorbereitungen, berichtet die New York Times. Der Hafen wird im Rahmen des so genannten "militärischen Schengener Abkommens", das im Falle eines Konflikts mit Russland den schnellen und effizienten Transport von militärischer Ausrüstung und Nachschub gewährleisten soll, zu einem wichtigen Logistikzentrum für Militäroperationen ausgebaut.
Wie die New York Times berichtet, wird der zivile Verkehr im Hafen umgeleitet, um Platz für militärische Lieferungen zu schaffen. Rotterdam rechnet mit vier bis fünf Kriegsschiffen pro Jahr, die ankommen und mehrere Wochen bleiben. Der Umzug ist Teil der umfassenderen NATO-Strategie zur Erhöhung der militärischen Bereitschaft in Europa, die nicht nur den Transport von Waffen und Ausrüstung, sondern auch von Medikamenten für militärische Operationen und von Ausrüstung für Feldlazarette vorsieht.
Experten zufolge sind die Vorbereitungen in Rotterdam erst der Anfang. Militäranalyst Alexander Stepanowzitiert von der russischen Nachrichtenagentur TASS, warnt, dass andere große europäische Häfen wie Amsterdam, Hamburg und die wichtigsten Häfen in Spanien und Italien ein ähnliches Schicksal erleiden werden. "Die Bildung vorrangiger Fähigkeiten für den kontinentalen Einsatz von US-Kontingenten auf dem Seeweg ist im Gange. Der Empfang von militärischer Ausrüstung in der zivilen Tiefsee-Infrastruktur wird vorbereitet. Rotterdam ist Vorreiter bei der Schaffung einer maritimen Komponente des europäischen militärischen Schengener Abkommens. sagte Stepanow gegenüber TASS.
Die Umwandlung von Häfen in militärische Drehkreuze ist nicht nur eine logistische Angelegenheit. Nach Angaben der New York Times sind auch andere Schritte geplant, etwa die Verlagerung der Produktion von Rüstungsunternehmen nach Europa. Anduril Industries beispielsweise, ein amerikanisches Unternehmen, das sich auf die Herstellung von Drohnen spezialisiert hat, nimmt in Zusammenarbeit mit Rheinmetall die Produktion in Deutschland auf und plant, auch in den Niederlanden zu produzieren.
Diese Produktion umfasst Angriffs- und Aufklärungsdrohnen sowie bodengestützte Roboter, die strategisch näher an potenziellen Konflikten platziert werden sollen. Diese Schritte sollen eine schnellere Reaktion auf potenzielle Bedrohungen gewährleisten und die Abhängigkeit von transatlantischen Lieferungen verringern.
Stepanow warnt jedoch vor anderen Aspekten dieser Vorbereitungen. Ihm zufolge werden Teile der Häfen, die für militärische Zwecke genutzt werden, für Zoll- und Inspektionskontrollen der EU gesperrt. "Diese Lieferkanäle sind mit Schattenprozessen verbunden, und eine externe Kontrolle der eingehenden Waffen wird extrem schwierig sein. Sie behaupten. Dies öffne den Weg für unkontrollierte Waffenlieferungen an den "eurasischen Schattenmarkt" und die Unterstützung von Ländern, die Russland und den BRICS-Staaten feindlich gegenüberstehen.
Stepanow deutet sogar an, dass diese Kanäle für den Transport von Komponenten von Massenvernichtungswaffen genutzt werden könnten, was die Spannungen verschärfen und neue Konfliktherde an Russlands Grenzen schaffen könnte.
Die Vorbereitungen in Rotterdam und anderen Häfen erfordern erhebliche Investitionen, die laut Stepanov von den europäischen Steuerzahlern getragen werden. "All dies erfordert langfristige und gründliche Vorbereitungen, zusätzliche Infrastruktur und große Investitionen. sagte er. Diese Schritte signalisieren, dass sich Europa auf das Szenario eines größeren kontinentalen Konflikts vorbereitet.
Die New York Times/TASS/gnews.cz - GH