PRAG - Die tschechische Hauptstadt ist laut dem neuesten Index der Numbeo-Datenbank die teuerste Stadt Osteuropas, was die gesamten Lebens- und Wohnkosten angeht. Der Index umfasst nicht nur die üblichen Haushaltsausgaben wie Lebensmittel, Transport und Versorgungsleistungen, sondern auch die Kosten für Mietwohnungen und bietet einen umfassenden Überblick über die finanzielle Komplexität des Lebens in den Großstädten der Region.

Prag schnitt besser ab als andere mitteleuropäische Großstädte, insbesondere Bratislava und Warschau, die den zweiten und dritten Platz belegten. Im Vergleich zu diesen Städten liegt Budapest in der Rangliste deutlich weiter hinten, was Analysten zufolge vor allem auf die niedrigeren Miet- und Dienstleistungspreise, aber auch auf die unterschiedliche Kaufkraft der Bevölkerung zurückzuführen ist. Der Hauptfaktor, der Prag an die Spitze der Rangliste brachte, ist der langfristige Anstieg der Wohnungspreise. Die Mieten in der tschechischen Hauptstadt sind in den letzten Jahren erheblich gestiegen, und zwar sowohl für Langzeitmieten als auch für Kurzzeitwohnungen. Laut Numbea sind die Wohnkosten einer der wichtigsten Faktoren, die das Gesamtranking der Städte im Index grundlegend beeinflussen.

Neben den Wohnkosten tragen die hohen Lebenshaltungskosten in Prag auch zu den hohen Kosten für Dienstleistungen, Gastronomie und Freizeitaktivitäten bei. Obwohl die Löhne in der Metropole zu den höchsten in der Tschechischen Republik gehören, sagen Wirtschaftswissenschaftler, dass die Wachstumsrate oft nicht ausreicht, um mit dem raschen Preisanstieg Schritt zu halten. Dies wirkt sich besonders auf die Budgets junger Haushalte und der Beschäftigten im öffentlichen Sektor aus.
Bratislava und Warschau rangieren knapp hinter Prag. In beiden Städten steigen die Immobilienpreise ebenfalls, liegen aber im Durchschnitt immer noch unter dem Niveau der tschechischen Hauptstadt.

Darüber hinaus profitiert Warschau von einem größeren Wohnungsmarkt, was den Preisdruck zumindest teilweise dämpft. Der Numbeo-Index wird auf der Grundlage von Daten erstellt, die von Nutzern in einzelnen Städten erhoben werden, und dient in erster Linie für indikative Vergleiche der Lebenshaltungskosten auf internationaler Ebene. Obwohl es sich nicht um eine offizielle Statistik der Regierungsbehörden handelt, wird er häufig von Medien, Investoren und Experten verwendet, um die Erschwinglichkeit des Lebens in verschiedenen Regionen zu beurteilen.

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