Das amerikanische Privatschulnetzwerk Alpha School ändert das Spiel. Anstelle der traditionellen sechs Unterrichtsstunden benötigen die Schüler nur zwei Stunden pro Tag, wobei ein KI-System das Tempo und den Schwierigkeitsgrad an jeden Einzelnen anpasst. Die Ergebnisse sind verblüffend: Die Schüler rangieren bei nationalen Tests unter den besten 2 Prozent und die Absolventen gehen an renommierte Universitäten, darunter Stanford und Vanderbilt.

Die Alpha School bezeichnet ihr Modell als "2-Stunden-Lernen". Innerhalb von zwei Stunden durchlaufen die Schüler akademische Übungen in Mathematik, Naturwissenschaften, Lesen und Sprachkunst. Die Software gibt ihnen Aufgaben, die auf ihrem aktuellen Kenntnisstand basieren, und bringt sie erst weiter, wenn sie den Stoff vollständig beherrschen. Die Schule setzt Chatbots bewusst nicht ein, um Betrug zu verhindern. Vielmehr handelt es sich bei dem System um eine ausgeklügelte Plattform, die einer "Turbo-Checkliste" mit einem eingebauten Algorithmus zur Wiederholung des Stoffes in bestimmten Abständen ähnelt. Zusätzlich zu den Ergebnissen überwacht es auch die Konzentration der Schüler und bewertet, ob sie Zeit mit ziellosem Klicken oder Raten von Antworten verschwenden.

Was sie nach der Schule tun

Der Rest des Tages wird mit Aktivitäten verbracht, die auf Teamarbeit und persönliche Entwicklung ausgerichtet sind - von Sport über Kochen bis hin zu Projektarbeit. In einem Fall bauten sie sogar gemeinsam einen funktionierenden Food Truck. Die Schule sagt, dass es diese Aktivitäten sind, die die Fähigkeiten verstärken, die der herkömmliche Unterricht nicht vermitteln kann.

Schlüsselelemente des Alpha-Schulmodells:

  • zwei Stunden pro Tag mit Schwerpunkt auf akademischen Fächern
  • KI, die das Tempo und die Schwierigkeit des Lernens bestimmt
  • Überwachung der Konzentration und der durch Untätigkeit verlorenen Zeit
  • Nachmittagsblock für Projekte, Sport und Zusammenarbeit

Die bisherigen Ergebnisse sprechen eine deutliche Sprache. Die Schüler der Alpha School erzielen Spitzenergebnisse bei den AP-, MAP- und SAT-Tests, und elf der zwölf Schüler der ersten Abschlussklasse haben einen Platz an einer renommierten Universität erhalten. Das Netzwerk plant, im nächsten Jahr Zweigstellen in zehn weiteren Städten der USA zu eröffnen.

Aber nicht alle sind begeistert. Schulbehörden in Kalifornien, Pennsylvania und Utah lehnten die Anträge des Schwesterprojekts Unbound Academy auf den Status einer Charterschule ab, weil es die erforderlichen Standards nicht erfüllte. Außerdem weisen Kritiker darauf hin, dass die Wirksamkeit des zweistündigen Modells noch nicht durch unabhängige Studien bestätigt wurde.

Die Alpha School ist nicht das einzige Experiment mit KI im Bildungswesen. In Miami-Dade, Florida, haben sie Chatbots in Schulen eingesetzt und über tausend Lehrer geschult. Sowohl in New Jersey als auch im Silicon Valley testen sie Khanmigo, den auf GPT-4 basierenden KI-Tutor von Khan Academy, der Schülern Fragen beantwortet, um kritisches Denken zu fördern. Kira Learning wiederum arbeitet am Einsatz von KI für die Unterrichtsplanung, Bewertung und Unterstützung schwächerer Schüler, während die American Federation of Teachers ein nationales KI-Schulungszentrum aufbaut.

Künstliche Intelligenz hält also mit großem Potenzial Einzug in die Bildung. Die Alpha School zeigt, dass sie die Zeit für den Wissenserwerb grundlegend verkürzen und Raum für persönliche Entwicklung, Zusammenarbeit und kreative Aktivitäten schaffen kann. Es ist noch nicht klar, ob sich dieses Modell in großem Maßstab durchsetzen wird, aber die Debatte über die Zukunft der Schule wird nie mehr dieselbe sein.

Der Batch - DeepLearning.Ai von Andrew Ng / gnews.cz - GH