Frankreich hat eine der größten Investitionen im Unterhaltungsbereich in Europa erhalten. Saudi-Arabien wird sechs Milliarden Euro in einen weitläufigen Komplex in der Nähe von Paris investieren, wo drei Themenparks, Hotels, Restaurants und weitere Infrastruktur entstehen sollen. Einer der Parks soll sich auf die Welt des Manga konzentrieren und laut verfügbaren Informationen stark auf die beliebte Serie Dragon Ball Bezug nehmen.
Der französische Präsident Emmanuel Macron und der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman unterzeichneten am Montag im Elysée-Palast eine Vereinbarung über das Projekt, das in Cergy-Pontoise nordwestlich von Paris entstehen soll. Macron bezeichnete den geplanten Komplex als "neues globales Reiseziel". Die Gesamtinvestition soll etwa sechs Milliarden Euro betragen, und laut französischen Angaben könnte das Projekt rund 22.000 Arbeitsplätze schaffen. Die Agentur Reuters bestätigte die Informationen ebenfalls.
Der Komplex entsteht an der Stelle des ehemaligen Freizeitparks Mirapolis in der Gemeinde Courdimanche im Departement Val-d'Oise. Mirapolis wurde 1987 als einer der ersten großen modernen Vergnügungsparks in Frankreich eröffnet, musste aber aufgrund finanzieller Probleme bereits 1991 seinen Betrieb einstellen. Das Gelände wartet seit über drei Jahrzehnten auf eine neue, größere Nutzung.
Laut veröffentlichten Informationen sollen auf dem Gelände drei Themenparks entstehen. Ein Hauptattraktion soll die Welt des japanischen Mangas und Anime sein. Reuters verknüpft das Projekt direkt mit dem Universum von Dragon Ball Z, während POLITICO allgemein über einen Park spricht, der sich auf Manga konzentriert. In Frankreich gab es bereits seit einigen Wochen Spekulationen über den möglichen Bau einer Attraktion, die von der Serie Dragon Ball inspiriert ist. Anfang August berichteten französische Medien, dass Elyseé-Palast, die Region Île-de-France, lokale Behörden und das saudische Unternehmen Qiddiya Investment Company über das Projekt verhandelt hätten.
Hinter der Investition steht Qiddiya Investment Company, ein Unternehmen, das mit dem saudi-staatlichen Investmentfonds Public Investment Fund verbunden ist. Qiddiya verfügt über umfangreiche Erfahrung im Bau von Unterhaltungszentren in Saudi-Arabien, wo unter anderem ein riesiger Park entsteht, der Dragon Ball gewidmet ist. Die Investition in Frankreich passt in die breitere Strategie Riad's, seine Aktivitäten außerhalb des traditionellen Ölsektors zu erweitern und seine Position in den Bereichen Unterhaltung, Sport und Gaming zu stärken.
Das Projekt in der Nähe von Paris soll nicht nur den Vergnügungspark umfassen. Laut POLITICO sind auch Hotels, Restaurants und Unterkünfte für junge Mitarbeiter und Studenten geplant. Teil des Geländes sollen etwa 50.000 Quadratmeter Grünflächen zur Förderung der Artenvielfalt sein. Die Investoren geben an, dass sie sich zum Ziel gesetzt haben, ein Beispiel für ein umweltfreundliches Projekt zu schaffen und gleichzeitig einen neuen Motor für den Tourismus in der Region Paris zu entwickeln.
Die Vereinbarung wurde von französischer Seite vom Minister für Wirtschaft, Roland Lescure, und von saudischer Seite von der Führung von Qiddiya Investment Company unterzeichnet. Das Memorandum ist Teil einer Reihe von französisch-saudi-arabischen Abkommen, die während des Besuchs von Mohammed bin Salman in Paris geschlossen wurden.
Obwohl das Projekt politische Unterstützung auf höchster Ebene erhalten hat, sind noch viele Details offen. Ein genauer Zeitplan für den Bau oder ein Eröffnungstermin wurden bisher nicht bekannt gegeben. Reuters weist darauf hin, dass die Vorbereitung und der Bau eines der größten neuen Unterhaltungskomplexe in Europa wahrscheinlich mehrere Jahre dauern werden.
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