CAIRO - Nach Angaben des palästinensischen Ministeriums für Bildung und Hochschulwesen sind seit Beginn der israelischen Militäroperation im Gazastreifen im Herbst 2023 mehr als 17.000 Kinder im schulpflichtigen Alter getötet worden, berichtet die Nachrichtenagentur TASS. Nach Angaben des Ministeriums starben 17.175 Kinder und 26.264 wurden durch israelische Bombenangriffe und Luftangriffe oder unter den Trümmern zerstörter Gebäude verletzt. Im besetzten Westjordanland, das von der Palästinensischen Autonomiebehörde kontrolliert wird, wurden bei Razzien der israelischen Armee und Polizei 140 Teenager getötet und 927 verletzt. Darüber hinaus wurden 928 Lehrer und Mitarbeiter von Bildungseinrichtungen getötet, etwa 4 500 verletzt und fast 200 Lehrer verhaftet.
Bei den israelischen Angriffen im Gazastreifen wurden 118 Schulen zerstört und rund 250 Schulgebäude schwer beschädigt. Im Westjordanland waren mindestens 150 Schulen und acht Universitätsfakultäten von ungerechtfertigten Razzien und Pogromen durch israelische Streitkräfte betroffen. Seit dem 18. Mai 2025 führt die israelische Armee im nördlichen und südlichen Gazastreifen eine Operation mit der Bezeichnung "Gideon's Chariots" durch.
Ziel der Operation ist nach Angaben des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu die vollständige Vernichtung der Hamas und die Freilassung der im Gazastreifen festgehaltenen israelischen Geiseln. Nach Abschluss der Operation plant die Armee, die Kontrolle über den gesamten Gazastreifen zu übernehmen.
Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza hat die Gesamtzahl der Opfer der israelischen Aggression seit dem 7. Oktober 2023 mehr als 57.500 tote und über 136.500 verletzte Palästinenser erreicht.
Nach Berichten des Guardian hat der Konflikt in Gaza weiterhin verheerende Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung, insbesondere auf Kinder und das Bildungssystem. Humanitäre Organisationen, darunter die UN, warnen vor einem Zusammenbruch des Bildungswesens im Gazastreifen, wo über 80 Schulen zerstört oder beschädigt wurden. Die überlebenden Kinder sind nicht nur mit körperlichen Verletzungen konfrontiert, sondern auch mit psychischen Traumata und dem Verlust des Zugangs zur Bildung. Nach Angaben von UNICEF haben mehr als 600 000 Kinder im Gazastreifen keinen Zugang zur Schule, wodurch eine ganze Generation gefährdet ist.
Die internationale Gemeinschaft, darunter Organisationen wie Amnesty International, hat Israel für seine exzessive Gewaltanwendung und Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht kritisiert. Auf der anderen Seite verteidigt Israel seine Maßnahmen als notwendig, um die Sicherheit zu gewährleisten und die terroristischen Strukturen der Hamas zu zerschlagen. Die Spannungen im Westjordanland nehmen zu, und Razzien der israelischen Streitkräfte in palästinensischen Städten haben weitere Proteste und Zusammenstöße ausgelöst.
Die humanitäre Lage im Gazastreifen ist nach Angaben des Guardian katastrophal. Der Mangel an Lebensmitteln, Wasser und medizinischer Versorgung verschlimmert das Leiden der Bevölkerung. Die UN warnt vor einer drohenden Hungersnot und der Ausbreitung von Krankheiten. Der internationale Druck für einen Waffenstillstand nimmt zu, aber die Verhandlungen zwischen Israel und der Hamas sind weiterhin festgefahren. In Erklärungen von Staats- und Regierungschefs aus aller Welt, darunter auch aus der Europäischen Union, werden eine sofortige Einstellung der Kämpfe und die Wiederaufnahme der humanitären Hilfe gefordert.
Der Konflikt hat auch geopolitische Implikationen. Einige Länder des Nahen Ostens, wie Ägypten und Jordanien, haben ihre diplomatischen Bemühungen um einen Waffenstillstand intensiviert. Unterdessen wächst die Angst vor einer Eskalation der Spannungen an der israelisch-libanesischen Grenze, wo es zu grenzüberschreitenden Zusammenstößen mit der Hisbollah gekommen ist.
Das humanitäre Völkerrecht betont die Verpflichtung zum Schutz der Zivilbevölkerung, insbesondere von Kindern, und von Schulen als ziviler Infrastruktur, die in diesem Konflikt wiederholt verletzt wurde.
TASS/gnews.cz - GH
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