Das orthodoxe Vatikans

Das Athos-Gebirge ist die östlichste und größte der drei Halbinseln der Chalkidiki-Halbinsel im Ägäischen Meer. Es erstreckt sich über 47 km und erreicht eine Höhe von 2033 m. Auf dem Athos befindet sich eine orthodoxe "mönchliche Republik" und 20 Klöster (orthodoxe Klöster). Derzeit leben hier etwa 2000 Mönche, und Frauen dürfen, wie es die Tradition vorsieht, weiterhin nicht eintreten. Für orthodoxe Christen hat Athos eine einzigartige Bedeutung als eines der wichtigsten spirituellen Zentren des orthodoxen Glaubens.

Der Legende nach ist die Gottesmutter hier begraben, die hier während der Verfolgungen der Apostel Zuflucht fand. Zu ihrer Erinnerung gilt auf dem Athos das Gesetz, dass keine Frau auf die gesamte Halbinsel gelangen darf, und auch keine weiblichen Tiere dürfen sich dort aufhalten. Diese Regel wurde im Jahr 1045 vom byzantinischen Kaiser Konstantin IX erlassen.

Bereits im 4. Jahrhundert ließ Kaiser Theodosius der Große hier den ersten Tempel der Gottesmutter errichten. Im 5. Jahrhundert wurde das erste Kloster gegründet, und im Jahr 885 erklärte der byzantinische Kaiser Basilius I. Athos zum Sitz von Mönchen und Eremiten. Im 11. Jahrhundert standen bereits die meisten der 20 Klöster, sowie Zellen und Einsiedeleien. Das Byzantinische Reich unterstützte die Klöster in hohem Maße, so dass Athos bis ins 15. Jahrhundert ein wichtiges orthodoxes Kultur- und Religionszentrum war. Nach der Eroberung des Byzantinischen Reiches verschlechterte sich die Situation, und die Klöster überlebten nur dank der Unterstützung christlicher Herrscher aus den Donauländern. Im Jahr 1794 wurde die Athos-Schule gegründet, die Klöster wuchsen, neue Mönche kamen hinzu, und Athos erlebte seine Blütezeit. Eine weitere Wiederbelebung erlebte Athos im Jahr 1826, als Mönche zurückkehrten, die vor den Türken geflohen waren.

Im 19. Jahrhundert kamen viele russische Mönche nach Athos. Am 5. November 1912 wurde in der kleinen Hafenstadt die griechische Flagge gehisst, und im Jahr 1924 erkannte Griechenland die rechtliche Souveränität des Athos-Gebiets an.

Das Bild zeigt das Innere eines der Athos-Klöster, in dem sich in der Apsis ein Mosaikbild der Gottesmutter befindet. Sonnenstrahlen dringen von rechts in den Tempel, der auch von zahlreichen Kerzen beleuchtet wird. Vor der Ikonostase stehen Priester und reichen den Pilgern Reliquien von Heiligen zum Küssen. Im Lichtschein schweben Cherubinen, die Modelle von vier weiteren orthodoxen Klöstern tragen: Chiliandar ist serbisch, Pantaleimon russisch, Zoograf und Vatoped sind bulgarisch. Hinter den Cherubinen sind die Abbildungen von vier Igumenen – den Oberen der genannten Klöster – zu sehen. Im Vordergrund steht ein junger Mann, der einen blinden alten Mann stützt – der junge Mann ist ein Selbstporträt von Much.

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