BRATISLAVA – Der slowakische Präsident Peter Pellegrini erklärte nach Gesprächen mit einer chinesischen Delegation, dass die Handelsbeziehungen zwischen der Slowakei und China Rekordwerte erreichen. Das Gesamtvolumen des gegenseitigen Handelsaustauschs habe bereits die Grenze von 10 Milliarden Euro überschritten. Gleichzeitig wies er jedoch auf das langfristig unausgeglichene Handelsbilanz hin, die aus slowakischer Sicht negativ ist.

Der Präsident erinnerte daran, dass die Slowakei aus China deutlich mehr Waren importiert, als sie auf den chinesischen Markt exportiert. Genau deshalb bat er während der Gespräche die chinesischen Vertreter darum, günstigere Bedingungen für slowakische Unternehmen zu schaffen, die ihre Aktivitäten in China ausweiten möchten.

„Unser Ziel ist es, einen gerechteren Zugang slowakischer Unternehmen zum chinesischen Markt zu erreichen und das Wachstum des slowakischen Exports zu fördern", erklärte Pellegrini nach dem Ende der Gespräche. Laut dem Präsidenten haben hochwertige slowakische Produkte und Technologien das Potenzial, sich auch auf einem der größten Weltmärkte zu behaupten, wenn ihnen vergleichbare Bedingungen wie inländischen oder ausländischen Wettbewerbern geboten werden.

Die Gespräche konzentrierten sich laut dem Präsidenten nicht nur auf den Handel. Beide Seiten diskutierten auch über Möglichkeiten zur Ausweitung der Zusammenarbeit in zukunftsträchtigen Bereichen, zu denen moderne Technologien, Digitalisierung, künstliche Intelligenz und wissenschaftliche Forschung gehören. Diese Bereiche bezeichnete Pellegrini als strategisch für die künftige Wettbewerbsfähigkeit der slowakischen Wirtschaft.

Ein wichtiger Bestandteil der Gespräche war auch die Zusammenarbeit in Bildung und Forschung. Der Präsident kündigte an, den slowakischen Bildungsminister um die Vorbereitung einer Fachmission nach China zu ersuchen, an der Vertreter slowakischer Universitäten, Forschungseinrichtungen und der akademischen Welt teilnehmen würden. Ziel des Besuchs soll die Aufnahme neuer Partnerschaften, gemeinsamer Forschungsprojekte sowie die Ausweitung des akademischen Austauschs zwischen beiden Ländern sein.

Laut Pellegrini hat die chinesische Seite bereits ihre Bereitschaft signalisiert, eine solche Delegation zu empfangen und die Gespräche zwischen akademischen Einrichtungen zu unterstützen. Die Zusammenarbeit in Forschung und Innovation könnte laut dem Präsidenten neue Möglichkeiten nicht nur für Hochschulen, sondern auch für slowakische Technologieunternehmen und Startups eröffnen.

Die Slowakei entwickelt seit Langem ihre Wirtschaftsbeziehungen mit China, das zu ihren bedeutenden Handelspartnern außerhalb der Europäischen Union zählt. Dennoch bleibt eine der größten Herausforderungen die stärkere Förderung des slowakischen Exports und die Verbesserung des Zugangs inländischer Unternehmen zum chinesischen Markt. Präsident Peter Pellegrini bezeichnete daher die Fortsetzung des Dialogs mit chinesischen Vertretern als wichtigen Schritt hin zu einer ausgewogeneren wirtschaftlichen Zusammenarbeit und zur Erschließung neuer Möglichkeiten in Bereichen mit hoher Wertschöpfung.

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