Eine Massenschießerei an einer High School in der kanadischen Stadt Tumbler Ridge in der Provinz British Columbia hat mindestens zehn Opfer gefordert, darunter auch den Täter. Die Tragödie, die sich am 10. Februar ereignete, ist einer der schlimmsten Anschläge dieser Art in der modernen kanadischen Geschichte und hat landesweit Schock und Trauer ausgelöst.
Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP fand die Polizei sieben Opfer in der Tumbler Ridge Secondary School, eine weitere Person starb während des Transports ins Krankenhaus, und zwei weitere Leichen wurden in einem nahe gelegenen Haus gefunden, das mit dem Anschlag in Verbindung steht. Insgesamt forderte der Anschlag zehn Menschenleben, darunter auch die Angreiferin, die den Ermittlern zufolge wahrscheinlich Selbstmord beging.
Reuters berichtet, dass die Schießerei kurz nach 13:20 Uhr Ortszeit begann, als die Polizei Meldungen über einen aktiven Schützen in der Schule erhielt. Daraufhin evakuierten die Einsatzkräfte die Schüler und das Personal, und das Gebiet wurde vorübergehend abgesperrt. Die Polizei erklärte später, es bestehe keine unmittelbare Gefahr mehr.
Den Ermittlern zufolge war die Täterin eine Frau, was bei Massenerschießungen in Nordamerika relativ ungewöhnlich ist. Ihre Identität wurde von den Behörden noch nicht offiziell bekannt gegeben, und auch das Motiv für den Anschlag ist noch unbekannt. Der Fernsehsender Al-Jazeera berichtete, dass die Ermittlungen noch andauern und die Polizei die Beziehung der Angreiferin zu den Opfern und der Schule untersucht.
Zusätzlich zu den Opfern erlitten mehr als 25 Personen Verletzungen. Nach Angaben von Medizinern wurden zwei von ihnen in schwerem Zustand per Hubschrauber in Spezialkrankenhäuser transportiert, während die anderen Patienten überwiegend leichte Verletzungen erlitten und in einer örtlichen medizinischen Einrichtung behandelt wurden.
Tumbler Ridge ist eine Kleinstadt mit etwa 2.500 bis 2.700 Einwohnern, die über tausend Kilometer nördlich von Vancouver liegt. Nach Angaben der Anwohner war praktisch die gesamte Gemeinde von der Tragödie betroffen, da sich die meisten Familien untereinander kennen.
Kanadischer Premierminister Mark Carney bezeichnete den Anschlag als eine nationale Tragödie und sprach den Familien der Opfer sein Beileid aus. Er verschob seine geplanten Auslandsreisen wegen des Vorfalls. Der Premierminister von Britisch-Kolumbien, David Eby, sprach ebenfalls von einer „unvorstellbaren Tragödie“ und lobte das Eingreifen der Rettungsdienste.
Die Schule und andere Bildungseinrichtungen in der Stadt blieben nach dem Anschlag vorübergehend geschlossen, und die Behörden boten den Schülern, Familien und dem Personal psychologische Krisenhilfe an. Die Tragödie hat auch die Debatte über die Sicherheit an Schulen und die Kontrolle von Schusswaffen in Kanada, das ansonsten relativ strenge Gesetze hat, neu entfacht.
In Kanada sind solche Angriffe selten.
Obwohl Kanada zu den Ländern mit einer relativ niedrigen Gewaltverbrechensrate gehört, hat es mehrere tragische Anschläge mit Schusswaffen gegeben. Einer der berüchtigtsten ist das Massaker von 1989 an der École Polytechnique in Montreal. Damals stürmte ein Angreifer die technische Hochschule und erschoss 14 Frauen, verwundete 14 weitere und beging anschließend Selbstmord. Der Anschlag war durch Frauenhass motiviert und hat die Debatte über Waffenbesitz und Gewalt gegen Frauen in Kanada stark beeinflusst.
Ein weiterer aufsehenerregender Fall war die Schießerei 2006 am Dawson College in Montreal. Der Täter eröffnete auf dem Campus das Feuer, tötete einen Studenten und verletzte 19 weitere. Die Polizei erschoss den Angreifer auf der Stelle. Der Vorfall löste eine Debatte über Sicherheitsmaßnahmen an Schulen aus und führte zu verstärkten Schutzmaßnahmen für Bildungseinrichtungen im ganzen Land. Die Tragödie hat auch die Frage der psychischen Gesundheit und der Radikalisierung von Menschen in den Vordergrund gerückt.
Zu den schwerwiegenden Angriffen gehört die Schießerei an einer Schule in der Gemeinde La Loche, Saskatchewan, im Jahr 2016. Ein 17-jähriger Täter erschoss vier Menschen, darunter zwei Schulangestellte, und verletzte sieben weitere. Dieser Fall machte vor allem die sozialen Probleme in abgelegenen Gemeinden deutlich, in denen es oft an angemessenen Gesundheits- und Sozialdiensten mangelt. Der Vorfall löste auch eine landesweite Debatte über die Prävention von Jugendgewalt und die Verfügbarkeit von Waffen aus.
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