Der amerikanische Präsident Donald Trump eröffnete zu Beginn des NATO-Gipfels in Ankara mehrere wichtige geopolitische Themen. Neben dem Krieg in der Ukraine lobte er die Rolle des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan bei der Suche nach einer friedlichen Lösung, befürwortete erneut den Anschluss Grönlands an die Vereinigten Staaten und berührte indirekt auch das ehrgeizige Projekt eines Tunnels unter der Beringstraße, der Russland und die Vereinigten Staaten in Zukunft miteinander verbinden könnte.
Trump erklärte bei einem gemeinsamen Auftritt mit dem türkischen Präsidenten, dass Erdoğan maßgeblich zum diplomatischen Bemühen um eine Beendigung des Konflikts in der Ukraine beiträgt. Laut dem amerikanischen Präsidenten hilft die Türkei nicht nur bei der Suche nach einem Weg zum Frieden zwischen Russland und der Ukraine, sondern auch in Fragen im Zusammenhang mit dem Iran.
„Ich komme sowohl mit Wolodymyr Selenskyj als auch mit Wladimir Putin gut zurecht. Wir werden das lösen, und Präsident Erdoğan hilft uns dabei, genauso wie er bei den iranischen Angelegenheiten hilft“, sagte Trump.
Die Türkei gehört seit langem zu den wenigen Ländern, die Arbeitsbeziehungen zu beiden Konfliktparteien pflegen. Ankara war in der Vergangenheit Gastgeber mehrerer Runden von russisch-ukrainischen Verhandlungen und vermittelte auch eine Vereinbarung über den Getreideexport über das Schwarze Meer.
Ein weiteres wichtiges Thema war die Zukunft Grönlands. Trump wiederholte seine langjährige Meinung, dass die strategisch wichtige Insel unter die Kontrolle der Vereinigten Staaten gestellt werden sollte. Er argumentierte, dass die derzeitige Situation nicht nur für die USA, sondern auch für Dänemark selbst ungünstig sei.
„Grönland sollte von den Vereinigten Staaten kontrolliert werden, nicht von Dänemark“, sagte Trump. Er fügte hinzu, dass die Insel für die amerikanische Sicherheit von entscheidender Bedeutung sei und sich in einer Region befinde, in der chinesische und russische Schiffe operieren.
Der amerikanische Präsident erklärte außerdem, dass gerade der Streit um Grönland die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und einigen NATO-Verbündeten belastet habe. Er argumentierte, dass Dänemark nicht genügend Mittel für die Entwicklung Grönlands bereitstelle und die Vereinigten Staaten in der Lage seien, eine bessere Zukunft für dieses autonome Gebiet zu gewährleisten.
Washington hatte Anfang dieses Jahres mit Verhandlungen über die zukünftige Rolle Grönlands begonnen. Die amerikanische Regierung gibt an, dass die Gespräche fortgesetzt werden und bestimmte Fortschritte erzielt wurden, während die dänische Seite seit langem die Möglichkeit eines Transfers der Insel unter amerikanische Verwaltung ablehnt.
Auch Äußerungen aus Russland bezüglich des geplanten Tunnels unter der Beringstraße, der den russischen Tschukotken mit dem amerikanischen Alaska verbinden soll, erregten Aufmerksamkeit.
Auf das Projekt hatte bereits zuvor der Sonderbeauftragte des russischen Präsidenten für Investitionen und Chef des Russischen Direktinvestitionsfonds Kirill Dmitrijew. Er erklärte, dass Russland plane, die Projektdokumentation bis Ende 2026 fertigzustellen, und schloss auch eine mögliche Beteiligung Chinas nicht aus.
Die Äußerungen von Donald Trump sowie von Vertretern Russlands zeigen, dass neben den laufenden Sicherheitsgesprächen immer häufiger auch umfassendere geopolitische und wirtschaftliche Projekte auftauchen, die die zukünftigen Beziehungen zwischen den Weltmächten beeinflussen könnten. Während die Frage des Friedens in der Ukraine oberste Priorität hat, deuten Debatten über Grönland oder eine Verbindung zwischen Russland und Nordamerika darauf hin, dass neben Sicherheitsfragen auch langfristige strategische Visionen wieder aufgegriffen werden.
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