WASHINGTON/KYEV - US-Präsident Donald Trump hat nach seinem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin die Verantwortung für das Vorankommen im Konflikt auf den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Zelenskij übertragen, so der pensionierte Armeegeneral und ehemalige Generalstabschef Jiri Sedy. Das Treffen zwischen den beiden Staatsmännern fand auf dem Militärstützpunkt Elmendorf-Richardson in Anchorage, Alaska, statt.
Šedivý zufolge war das Treffen besonders wichtig für die strategische Ausrichtung der Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Russland, aber auch für die künftige Entwicklung der Lage in der Ukraine. "Trump hat deutlich gemacht, dass er nicht die Hauptlast der Entscheidung über Frieden oder Eskalation tragen will, und hat die Verantwortung auf die ukrainische Seite verlagert", sagte Šedivý.
Veronika Stromšíková, die leitende Direktorin der Abteilung für Sicherheit und multilaterale Angelegenheiten des Außenministeriums und politische Direktorin, erwartet, dass Trump die wichtigsten Punkte seines Gesprächs mit Putin bereits am Montag persönlich an Zelensky weitergeben wird. "Er wird hören wollen, wie sich der ukrainische Präsident die nächsten Schritte vorstellt. Die US-Diplomatie wartet nun auf seinen Vorschlag für das weitere Vorgehen", erklärte Stromšíková.
Experten zufolge könnte diese Änderung des Ansatzes erhebliche Folgen haben. Trumps Schritt wird als Versuch gesehen, die Verantwortung direkt auf die beteiligten Parteien zu verlagern, wobei die Vereinigten Staaten die Rolle des Vermittlers beibehalten. Damit sendet Washington jedoch auch das Signal, dass es nicht die endgültige Lösung bestimmen will.
Analysten weisen darauf hin, dass dies für Zelensky erheblichen Druck bedeutet. Er muss einen Plan vorlegen, der für die Vereinigten Staaten und Russland akzeptabel ist und gleichzeitig in der Ukraine verteidigt werden kann. Dies sei eine äußerst schwierige Aufgabe, so Gray. "Es ist eine Gratwanderung zwischen Sicherheitsgarantien, Souveränität und einer realistischen Bereitschaft Russlands zum Rückzug", betonte der ehemalige Stabschef.
Das Treffen zwischen Trump und Putin wurde nicht nur in Europa, sondern auch in Asien aufmerksam verfolgt. Das Ergebnis des Treffens könnte die globale Sicherheitsarchitektur beeinflussen, einschließlich der Position der NATO und der Europäischen Union. Der deutsche Bundeskanzler Merz sagte seinerseits, er habe Zelensky nach dem jüngsten Treffen in Berlin einige gute Ratschläge gegeben. Es wird erwartet, dass die weitere Entwicklung zeigen wird, ob ein Weg zu einer friedlichen Lösung gefunden werden kann oder ob der Konflikt in eine neue Phase eintreten wird.
gnews.cz - GH
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