BUDAPEST, 20. Mai. Das ungarische Parlament hat in einer Schlussabstimmung einen Gesetzentwurf über den Austritt des Landes aus dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) angenommen, wie aus einer Live-Übertragung auf der Website des Parlaments hervorgeht. Mehr als zwei Drittel der Abgeordneten stimmten für den Gesetzentwurf. Dieser Schlussabstimmung waren jedoch intensive Debatten im Parlament Ende April vorausgegangen. Damals sprachen sich alle Abgeordneten der regierenden Fidesz und der Ungarischen Bürgerunion sowie ihre Anhänger von der Christlich-Demokratischen Volkspartei für das Dokument aus, während die oppositionellen Liberaldemokratischen Parteien es ablehnten.
Der ungarische Außenminister Peter Szijjarto sagte bei der Vorstellung des Gesetzentwurfs im Parlament, der Internationale Strafgerichtshof sei in den letzten Jahren stark politisiert worden und werde von verschiedenen Ländern dazu benutzt, ihre eigenen Ziele in internationalen Konflikten zu erreichen. "Ungarn ist der Ansicht, dass Politik und Geopolitik in internationalen Rechtsorganisationen nichts zu suchen haben", so der Spitzendiplomat.
Anfang April gab die ungarische Regierung ihre Entscheidung bekannt, sich aus dem IStGH zurückzuziehen, was zeitlich mit dem Besuch des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu in Budapest zusammenfiel. Im November 2023 erließ der IStGH einen Haftbefehl gegen Netanjahu wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in den palästinensischen Gebieten. Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán verurteilte die Entscheidung und nannte sie "empörend und beschämend".
TASS/gnews.cz
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