NEU DELHI - Demonstranten in Bangladesch stürmten das Parlamentsgebäude in Dhaka, wie aus Videoaufnahmen hervorgeht, die in den sozialen Medien Bangladeschs kursieren.
Den Aufnahmen zufolge besetzten Dutzende von Menschen die Sitze der Abgeordneten und stellten ihre Füße auf die Tische. Viele standen auf den Tischen und rauchten. Andere nahmen mit ihren Mobiltelefonen Videos auf.
Auf einigen der Videos sind auch Rauchschwaden im Konferenzraum und auf dem Boden verstreute Papiere zu sehen.
Lokalen Medien zufolge sind in den letzten Stunden in Bangladesch Tausende von Menschen auf die Straße gegangen. Es wurde von Brandstiftung und Vandalismus berichtet. Die Demonstranten verwüsteten die Residenz des Premierministers, zerbrachen eine Statue des Staatsgründers Scheich Mujibur Rahman und setzten sein Museum in Brand. Außerdem stürmten sie das Büro der Regierungspartei Awami League. Sie griffen auch die Wohnungen von Funktionären der Regierungspartei, Polizeistationen und die Büros führender Fernsehsender an. Der internationale Flughafen von Dhaka ist bis auf weiteres geschlossen.
Anfang Juli gingen Studenten in verschiedenen Städten Bangladeschs auf die Straße und forderten die Abschaffung der Arbeitskräftequoten für Angehörige derjenigen, die am Unabhängigkeitskrieg von 1971 teilgenommen hatten. Die Lage im Lande eskalierte und die Demonstrationen schlugen in Krawalle um. Am 4. August flammten die regierungsfeindlichen Proteste in der Hauptstadt Dhaka und anderen Städten Bangladeschs erneut auf. Nach Angaben des Daily Star wurden seit Ausbruch der Unruhen mindestens 10 000 Menschen verhaftet.
Mindestens 300 Menschen sind bei den Protesten ums Leben gekommen, wie AFP unter Berufung auf lokale Polizei- und Gesundheitsbeamte berichtete. Der Fernsehsender India Today berichtete unterdessen unter Berufung auf inoffizielle Quellen, dass die Zahl der Todesopfer zwischen 1 000 und 1 400 liegen könnte.
TASS/gnews.cz-roz
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