China öffnet seinen riesigen Markt für ausländische Waren zunehmend, und die Importe steigen in diesem Jahr schneller als die Exporte. Laut Angaben der General Administration of Customs stiegen die chinesischen Importe im ersten Siebenmonatszeitraum des Jahres 2026 im Jahresvergleich um 22 Prozent, also acht Prozentpunkte schneller als die Exporte.

Alleine im ersten Halbjahr übertrafen die chinesischen Importe einen Wert von 1,5 Billionen US-Dollar und überschritten erstmals in der Geschichte die Grenze von 10 Billionen Yuan. Diese Entwicklung zeigt nicht nur die Größe des chinesischen Marktes, sondern auch seine wachsende Bedeutung als Quelle globaler Nachfrage.

Im Jahr 2025 erhöhte China die Importe aus mehr als 130 Ländern und Regionen, und für fast 80 Länder wurde es zu einem der wichtigsten Exportmärkte.

Laut Wang Jun, Vertreter der General Administration of Customs, ist das schnelle Wachstum der Importe vor allem auf die Stärke des riesigen heimischen Marktes und die fortgesetzte Öffnung der chinesischen Wirtschaft zurückzuführen.

China ist der zweitgrößte Konsummarkt der Welt und hält seit 17 Jahren ununterbrochen diese Position als zweitgrößter Importeur. Sein Anteil am globalen Importvolumen stieg laut veröffentlichten Daten von etwa 7,9 Prozent auf rund zehn Prozent.

Nullzölle sollen weiteren Ländern die Tür öffnen

Gleichzeitig erweitert Peking Maßnahmen, die ausländischen Herstellern den Zugang zum chinesischen Markt erleichtern sollen. Dazu gehören beispielsweise eine Nullzollpolitik für 63 Länder oder große internationale Messen wie die China International Import Expo.

Eine deutliche Auswirkung hatte auch die im Mai erfolgte Änderung der Zollpolitik gegenüber Afrika. Nach einer Ausweitung des zollfreien Regimes auf alle 53 afrikanischen Länder, mit denen China diplomatische Beziehungen unterhält, stiegen die chinesischen Importe aus Afrika zwischen Mai und Juni im Jahresvergleich um 23,5 Prozent.

Deutlich gestiegen sind beispielsweise die Importe von Obst. Der Import von Äpfeln stieg um 89,6 Prozent und der von Orangen um 27,9 Prozent.

Die Industrie treibt den Import von Rohstoffen und Komponenten voran

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Die wachsende Nachfrage der chinesischen Industrie spiegelt sich auch im Import von Rohstoffen und Schlüsselkomponenten wider. Im ersten Halbjahr stiegen die Importe von Metallerzen um 22,6 Prozent und die von elektronischen Bauteilen um 45,6 Prozent.

Ein starkes Wachstum ist beispielsweise in Shenzhen zu beobachten, einem der wichtigsten Zentren der chinesischen Hightech-Industrie. Im ersten Siebenmonatszeitraum erreichten die Importe von Maschinenbau- und Elektroprodukten hier 1,28 Billionen Yuan, was einer jährlichen Steigerung von 53 Prozent entspricht. Diese Produkte machten 77,7 Prozent der gesamten Importe der Stadt aus.

Der chinesische Markt zieht immer mehr ausländische Unternehmen an

Die steigenden Importe erhöhen das Interesse ausländischer Unternehmen am chinesischen Markt. Bei der neunten China International Import Expo, die im November stattfindet, werden voraussichtlich über 1300 Unternehmen aus 104 Ländern und Regionen teilnehmen. Die Ausstellungsfläche wird mehr als 350.000 Quadratmeter betragen.

Liu Ge vom Chongyang Institute for Financial Studies der Renmin-Universität betont, dass das Wachstum der Importe auch eine Veränderung der Struktur der chinesischen Wirtschaft widerspiegelt.

Höhere Importe von elektronischen Komponenten und Mineralrohstoffen zeugen laut ihm von einer tieferen Einbindung Chinas in globale industrielle Wertschöpfungsketten. Gleichzeitig bieten sie ausländischen Lieferanten eine stabilere Nachfrage.

Auch die Importe von Konsumgütern, von Lebensmitteln bis hin zu Produkten aus verschiedenen Entwicklungsländern, nehmen zu. Der sich erweiternde chinesische Konsummarkt schafft laut Analysten neue Chancen für Exporteure auf der ganzen Welt.

Die chinesischen Importe werden somit zunehmend zur zweiten Seite einer Geschichte, die oft hauptsächlich mit chinesischer Produktion und Export verbunden ist. Die wachsende inländische Nachfrage zeigt, dass die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt nicht nur ein globaler Lieferant ist, sondern auch ein immer wichtigeres Absatzgebiet für ausländische Unternehmen.

gnews.cz/CMG