BERLIN – Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius erklärte, dass er sich im Rahmen der Vorbereitungen auf mögliche Krisensituationen oder einen Kriegskonflikt selbst an den Empfehlungen orientiert, die für die deutsche Bevölkerung bestimmt sind. Der Minister gab an, dass er Vorräte an Wasser und Lebensmitteln angelegt habe, und erklärte gleichzeitig, warum er den Ausdruck „kriegstüchtig“ („fähig, Krieg zu führen“) seltener verwendet, den er in der Vergangenheit als Teil der Debatte über die Stärkung der Verteidigungsfähigkeit des Landes befürwortet hatte.
Pistorius erinnerte daran, dass die frühere Verwendung dieses Ausdrucks in erster Linie dazu dienen sollte, die Öffentlichkeit auf die sich verschlechternde Sicherheitslage in Europa und die Notwendigkeit hinzuweisen, die Verteidigungsfähigkeiten Deutschlands zu stärken. Laut seinen Angaben wurde diese Bezeichnung jedoch von Teilen der Gesellschaft als zu drastisch und beunruhigend wahrgenommen. „Dieses Wort hatte eine Wirkung. Damals wollte ich die Gesellschaft aufschütteln und betonen, dass wir mehr für unsere Verteidigung tun müssen. Ich wollte vermitteln, dass nur der, der in der Lage ist, Krieg zu führen, einen Feind abschrecken kann. Gleichzeitig wurde mir jedoch bewusst, dass dieser Ausdruck einige Menschen verängstigt hat“, sagte der Minister.
Gleichzeitig betonte er die Bedeutung der persönlichen Vorsorge der Haushalte für außergewöhnliche Ereignisse. Die deutschen Behörden empfehlen seit längerem, dass jeder Haushalt grundlegende Vorräte für den Fall von Infrastrukturausfällen, Naturkatastrophen oder anderen Krisensituationen bereithält.
Das offizielle Handbuch für die Bevölkerung enthält eine Liste empfohlener Vorräte für etwa zehn Tage. Dazu gehören hauptsächlich Trinkwasser, haltbare Lebensmittel, ein Gaskocher, ein tragbares Radio, Taschenlampen, Batterien, Powerbanks, wiederaufladbare Batterien, eine Erste-Hilfe-Ausrüstung, Ersatzkleidung und eine Liste wichtiger Telefonnummern. Ziel dieser Empfehlungen ist es, sicherzustellen, dass die Haushalte auch bei vorübergehenden Unterbrechungen der Energie-, Wasser- oder Kommunikationsnetze funktionsfähig bleiben.
Die Debatte über die Vorbereitung der Zivilbevölkerung hat sich in Deutschland in den letzten Jahren intensiviert, insbesondere im Zusammenhang mit der sich verschlechternden Sicherheitslage in Europa, dem andauernden Krieg in der Ukraine und den wachsenden Bedenken hinsichtlich Cyberangriffe und möglicher Ausfälle kritischer Infrastruktur. Die deutsche Regierung betont wiederholt, dass die Empfehlungen zur Anlegung von Vorräten keine Warnung vor einem unmittelbar bevorstehenden Konflikt darstellen, sondern Teil einer langfristigen Strategie zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit der Gesellschaft gegenüber verschiedenen Krisenszenarien. Die Aussage von Minister Pistorius fügt sich somit in einen breiteren Trend europäischer Staaten ein, die neben der Modernisierung der Streitkräfte auch der Vorbereitung der Zivilbevölkerung auf außergewöhnliche Ereignisse und der Stärkung der gesamten Widerstandsfähigkeit des Staates zunehmend Aufmerksamkeit schenken.
gnews.cz - GH
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