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MOSKAU/KREML – Russland hat seinen BRICS-Partnern eine konkretere Ausgestaltung der geplanten Getreidebörse vorgestellt. Die digitale Plattform soll direkten Handel zwischen Produzenten und Abnehmern von Agrarrohstoffen ohne externe Vermittler ermöglichen. Laut dem russischen Verband der Exporteure und Produzenten von Getreide könnte das Handelsvolumen in Zukunft eine Grenze von einer Billion Dollar überschreiten.

Russland hat den Rahmen für die vorbereitete BRICS-Getreidebörse auf dem Treffen der Wirtschafts- und Handelsminister der Mitgliedsländer vorgestellt, das letzte Woche in Jaipur, Indien, stattfand. Das Projekt soll als eine einheitliche digitale Handelsplattform entstehen, die eine direkte Verbindung zwischen Produzenten von Agrarprodukten und ihren Abnehmern ermöglicht. Informationen über den aktuellen Stand des Projekts wurden von russischen und internationalen Quellen veröffentlicht.

Das Hauptziel ist es laut der russischen Seite, die Rolle externer Börsenvermittler zu reduzieren und einen Mechanismus zu schaffen, der das tatsächliche Angebot und die Nachfrage innerhalb der BRICS-Länder besser widerspiegelt. Die Plattform soll den Mitgliedsstaaten außerdem ermöglichen, mehr Kontrolle über die Handelsströme von Agrarrohstoffen und deren Preisbildung zu erlangen.

Die Idee zur Schaffung einer eigenen Getreidebörse entstand in Russland bereits im Jahr 2023. Der Vorschlag wurde vom Verband der Exporteure und Produzenten von Getreide vorgelegt, und im Jahr 2024 wurde er vom russischen Präsidenten Wladimir Putin unterstützt. Putin erklärte damals, dass die Getreidebörse sich in Zukunft möglicherweise auf weitere Rohstoffe ausweiten und allmählich zu einer vollwertigen Rohstoffbörse entwickeln könnte.

Potenzial von über einer Billion Dollar

Laut dem russischen Verband der Exporteure und Produzenten von Getreide könnte das Handelsvolumen mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen und verwandten Produkten auf der neuen Plattform langfristig eine Milliarde Dollar überschreiten. Es handelt sich also nicht nur um ein Projekt, das sich auf Getreide selbst konzentriert. Eine mögliche Erweiterung auf andere Agrarrohstoffe könnte das Gesamtvolumen des Handels deutlich erhöhen.

Der russische stellvertretende Minister für Wirtschaftsentwicklung, Wladimir Iljitschew, bezeichnete die vorbereitete Börse als eine Möglichkeit für die BRICS-Länder, den fairen Wert ihrer landwirtschaftlichen Produkte selbst zu bestimmen. Ziel sei es, die tatsächlichen Angebots- und Nachfrageverhältnisse zu nutzen, anstatt dass die Preise hauptsächlich von Mechanismen außerhalb des Blocks bestimmt werden.

Das Projekt hat auch auf institutioneller Ebene innerhalb der BRICS wichtige Unterstützung erhalten. Russland gab bereits im April 2025 bekannt, dass seine Initiative die Unterstützung der Agrarminister der Mitgliedsländer erhalten habe. Im Juni 2026 informierte das russische Ministerium für Wirtschaftsentwicklung, dass ein konzeptionelles Modell des Börsenbetriebs erstellt wurde und mit den Partnerländern an den technischen Anforderungen gearbeitet werde.

Ambitionen, die Regeln des globalen Handels zu ändern

Die BRICS-Getreidebörse könnte eine Bedeutung haben, die über den Agrarsektor hinausgeht. Die Mitgliedsländer der Gruppe gehören zu den bedeutenden Produzenten und Konsumenten von Lebensmitteln und landwirtschaftlichen Rohstoffen. Die Schaffung einer gemeinsamen digitalen Plattform könnte daher schrittweise ihre Fähigkeit stärken, die Handelsbedingungen, die Logistik und die Preisbildung zu beeinflussen.

Gleichzeitig bleibt abzuwarten, wie schnell es gelingt, das Projekt technisch und institutionell vollständig in Betrieb zu nehmen. Derzeit handelt es sich um eine vorbereitete Plattform, und das geschätzte Handelsvolumen von über einer Billion Dollar stellt ein langfristiges Potenzial dar, nicht den aktuellen Umfang des Handels.

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Sollte das Projekt im geplanten Umfang umgesetzt werden, würde BRICS ein wichtiges Instrument für den Handel mit landwirtschaftlichen Rohstoffen erhalten und einen weiteren Schritt zur Entwicklung einer eigenen Wirtschafts-Infrastruktur machen. Russland strebt gleichzeitig an, dass aus der ursprünglich als Getreidebörse konzipierten Einrichtung schrittweise ein umfassenderer Rohstoffmechanismus entsteht.

gnews.cz- JAV