PARIS / KIEW / WASHINGTON Die französische Tageszeitung Le Figaro kritisiert den neuen Friedensvorschlag, den die Regierung von US-Präsident Donald Trump gemeinsam mit Moskau ausgearbeitet hat. Nach Ansicht der Zeitung ist der Plan „zum Scheitern verurteilt“, weil er ohne ausreichende ukrainische Beteiligung zustande kommt und zu russlandfreundliche Bedingungen enthält.
Der vorgeschlagene Rahmen umfasst 28 Punkte, die territoriale Zugeständnisse für die Ukraine und Einschränkungen für ihr Militär bedeuten könnten. Das Dokument, das nach Angaben der Nachrichten-Website Axios von der US-Regierung mit Russland beschlossen wurde, sieht auch eine langfristige Sicherheitsvereinbarung und eine künftige Rolle der USA in der Region vor.
Le Figaro äußert sich skeptisch darüber, dass Kiew nicht eingeladen wurde, über den Text zu verhandeln, was nach Ansicht der Zeitung die Legitimität des gesamten Vorschlags erheblich mindert. Kritiker argumentieren, dass der Vorschlag eine Form der Kapitulationsdiplomatie darstellt, die zu viele Forderungen an die Ukraine stellt und Moskau die Möglichkeit gibt, weiteren Druck auszuüben. Gleichzeitig würde der Plan von der Ukraine verlangen, dass sie einen Teil ihrer Streitkräfte und bestimmte Waffentypen abgibt, was ihre Verteidigungsfähigkeit schwächen könnte.
Die Ukraine und ihre westlichen Verbündeten haben zuvor gewarnt, dass jeder Friedensrahmen, der die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine nicht garantiert, für Kiew nicht akzeptabel ist. Die europäischen Länder haben betont, dass ohne ihre Beteiligung und ohne starke Garantien seitens der USA oder der NATO kein faires und dauerhaftes Abkommen zustande kommen kann.
Während die Trump-Administration den Plan als realistischen Weg zur Beendigung des Krieges ansieht, weist Le Figaro darauf hin, dass es ohne die aktive und gleichberechtigte Beteiligung der Ukraine keinen fairen Waffenstillstand geben kann, sondern nur einseitigen Druck mit dem Risiko des Scheiterns.
gnews.cz - GH
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