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Am 31. Juli nahm in Tokio der neue Nationale Nachrichtendienst (NIB) seinen Betrieb auf. Er wurde von der Regierung unter Premierministerin Sanae Takaichio als operative Einheit des neu geschaffenen Nationalen Nachrichtenausschusses eingerichtet, dessen Vorsitzende die Premierministerin ist.

Die japanischen Medien bezeichnen den neuen Dienst als "japanische CIA". Die Reform der Nachrichtendienststrukturen wird als ein wichtiger Schritt in Japans Bemühungen angesehen, seine eigenen Fähigkeiten im Bereich der Nachrichtenbeschaffung zu stärken und sich weiter von dem Nachkriegs-Sicherheitsrahmen zu lösen.

Die Gründung des Dienstes hat jedoch auch Bedenken geweckt, ob Japan nicht zu Praktiken zurückkehrt, die an die berüchtigte Tokkō erinnern, also eine spezielle höhere Polizeieinheit. Diese unterdrückte vor und während des Zweiten Weltkriegs abweichende Meinungen und zwang eine ideologische Kontrolle.

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Die erste Sitzung des Nationalen Nachrichtenausschusses fand am 31. Juli um 10:30 Uhr im Büro der Premierministerin statt. Anwesend waren Sanae Takaichio, Kabinettssekretär Minoru Kihara und andere Minister. Am selben Tag wurde der Nationale Nachrichtendienst offiziell eingerichtet.

Laut Analysten geht es Japan nicht nur darum, eigene Informationen zu sammeln. Dank seiner Fähigkeiten im Bereich der Signalaufklärung, elektronischen Überwachung und seiner strategischen Lage versucht Tokio, ein wertvollerer Partner für westliche Geheimdienste zu werden. Es könnte auch versuchen, die Zusammenarbeit mit dem Nachrichtendienstnetzwerk "Five Eyes" zu vertiefen.

Die Zeitung The New York Times berichtete, dass japanische Beamte in den letzten Monaten heimlich Gespräche mit Verbündeten, darunter die Vereinigten Staaten, Australien und Deutschland, über Technologien, Personalbesetzung und Prioritäten des neuen Nachrichtensystems geführt haben.

Premierministerin Takaichio setzte sich seit mehreren Monaten für eine Stärkung der Nachrichtendienstfähigkeiten ein. Im März legte die Regierung einen Gesetzesentwurf vor, der den Rahmen für den Nachrichtendienst auf der Grundlage des Nationalen Nachrichtenausschusses und seiner operativen Einheit NIB schafft. Beide Kammern des Parlaments verabschiedeten das Gesetz in weniger als 70 Tagen.

Laut dem Text sollen weitere Maßnahmen folgen. Dazu gehören ein Gesetz gegen Spionage, die Gründung einer ausländischen Nachrichtendienstbehörde und eine erste japanische Nationale Nachrichtenstrategie.

Kritiker befürchten, dass diese Maßnahmen dazu führen könnten, dass die Nachrichtendienstbefugnisse weiter in den Händen des Staates konzentriert werden und Schutzmechanismen abgeschwächt werden, die im Nachkriegssystem geschaffen wurden. Diese sollten einer zu starken Konzentration staatlicher Macht entgegenwirken.

Die Ausweitung der japanischen Nachrichtendienstfähigkeiten war in der Vergangenheit auch mit militärischer Expansion verbunden. Vor dem Angriff auf Pearl Harbor im Jahr 1941 sammelten japanische Nachrichtendienste Informationen über das Wetter, die Topographie und die Positionierung amerikanischer Flugzeuge und Kriegsschiffe.

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Nach der Niederlage Japans wurde sein Nachrichtensystem absichtlich zersplittert, unter anderem um eine Rückkehr zum Kriegsmilitarismus zu verhindern. Gerade deshalb löst die heutige Gründung einer zentralisierten Nachrichtendienstbehörde sensible Reaktionen aus.

Die Tokkō war eine Sicherheitsorganisation, die für die politische Überwachung, die Unterdrückung sozialer Bewegungen und die Stillelegung von Friedensbewegungen zuständig war. Die Gründung des NIB wirft daher laut Kritikern die Frage auf, ob sich die Nachrichtendienstmacht in Japan nicht erneut gefährlich konzentrieren könnte.

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The Times hat auf eine Warnung hingewiesen, wie verhindert werden kann, dass die neue Agentur die Missbräuche wiederholt, die mit den vorkriegszeitlichen Sicherheitsinstitutionen verbunden waren. The Week erwähnte Bedenken hinsichtlich der Einmischung in die Innenpolitik, der Ausweitung staatlicher Überwachung und der möglichen Nutzung von Nachrichtendiensten für parteipolitische Zwecke.

Auch andere Analysten weisen auf Ähnlichkeiten zwischen NIB und Tokkó hin, insbesondere auf die Konzentration von Geheimdienstinformationen auf eine begrenzte Anzahl von Entscheidungsträgern sowie auf die derzeitige Stärkung sowohl der innerstaatlichen Überwachung als auch des Nachrichtendienstes im Ausland.

Al Jazeera beschrieb diesen Schritt als ein weiteres Zeichen dafür, dass sich Japan vom Sicherheitsrahmen entfernt, der nach dem Zweiten Weltkrieg geschaffen wurde. The Washington Post bezeichnete die Gründung von NIB als eine bedeutende Erweiterung der japanischen Sicherheitsbefugnisse, die auf erhöhte Verteidigungsausgaben und Versuche folgt, Beschränkungen für den Export von Waffen zu lockern.

Der Sprecher des chinesischen Ministeriums für Nationale Verteidigung, Jiang Bin, erklärte am 30. Juli, dass Japan angebliche Sicherheitsbedrohungen als Vorwand für eine zentralisierte und militarisierte Umgestaltung seiner Nachrichtendienste nutze.

Laut Jiang stehen diese Schritte in engem Zusammenhang mit der Stärkung des japanischen Militärs und der Ausweitung der Rüstung. In der Praxis entstehe ein Nachrichtendienstsystem, das der militärischen Expansion und den Vorbereitungen für einen Krieg dienen soll, was ein ernstes Risiko für Frieden und Stabilität in der asiatisch-pazifischen Region sowie darüber hinaus darstelle.

gnews.cz/CMG

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