Die Regierung von US-Präsident Donald Trump bereitet erhebliche Kürzungen bei der Auslandshilfe vor. Berichten zufolge will sie die Bundesmittel für Organisationen einstellen, die sich im Ausland für Geschlechtsidentität, Transgender-Rechte oder Maßnahmen für Vielfalt, Gleichberechtigung und Inklusion (DEI) einsetzen.
Die neue Maßnahme würde die zuvor verhängten Beschränkungen, die als "Mexico City Policy" bekannt sind, erweitern, mit denen Bundesmittel für Organisationen, die Abtreibungen anbieten oder fördern, gesperrt wurden. Dieses Mal würde das Verbot jedoch auch für Projekte und Programme gelten, die sich auf die Gleichstellung der Geschlechter, die Integration und die Unterstützung von LGBTQ-Gemeinschaften konzentrieren. Betroffen wären nicht nur Nichtregierungsorganisationen, sondern auch ausländische Regierungen oder internationale Organisationen, die US-Zuschüsse in Anspruch nehmen.
Nach Angaben von Politico wurde der Vorschlag einigen gemeinnützigen Organisationen und Partnern vorgestellt, aber noch nicht offiziell angekündigt. Es wird jedoch erwartet, dass er Teil einer umfassenderen Strategie der Trump-Administration ist, um den Einfluss der Diversitätspolitik und der sogenannten Gender-Ideologie im öffentlichen Leben zu begrenzen. Bereits im Januar 2025 erließ der Präsident eine Durchführungsverordnung, die ein Ende der DEI-Unterstützung in Bundesbehörden vorschreibt.
Kritik von NGOs
Die Reaktion von Menschenrechts- und Entwicklungsorganisationen war heftig. Sie argumentieren, dass eine Einstellung der Finanzierung Projekte in den Bereichen Gesundheitsversorgung, HIV-Prävention, Bildung und Schutz von Frauen und Mädchen gefährden würde. Dabei ist die US-Auslandshilfe seit langem eine der größten Finanzierungsquellen für internationale Programme zur Förderung von Gleichberechtigung und Grundrechten.
Kritiker weisen darauf hin, dass ähnliche Beschränkungen in den letzten Monaten bereits zur Aussetzung von Zuschüssen im Wert von über 1 Million Dollar geführt haben. Dutzende von Projekten, die sich auf die LGBTQ-Gemeinschaft konzentrieren oder die Gleichberechtigung fördern, wurden gestoppt, was zu Rechtsstreitigkeiten und politischen Spannungen führte.
Mögliche rechtliche Hindernisse
Rechtsexperten erwarten, dass die neue Politik auch vor Gericht landen könnte. Bereits im Sommer 2025 haben Bundesgerichte über ähnliche Streitfälle entschieden, in denen Agenturen Zuschüsse wegen angeblicher Förderung der "Gender-Ideologie" verweigerten. In mehreren Fällen wurden sie gezwungen, die Finanzierung wiederherzustellen. Die Maßnahme könnte also an die Grenzen des US-Rechts und internationaler Verpflichtungen stoßen.
Auswirkungen auf die Auslandshilfe
Die genauen Auswirkungen der bevorstehenden Maßnahme hängen von den endgültigen Vorschriften ab. Es ist noch nicht klar, ob das Verbot nur für Gesundheitsprogramme oder auch für umfassendere humanitäre und Entwicklungsprojekte gelten wird. Sicher ist jedoch, dass das Signal aus Washington bei vielen Organisationen in der ganzen Welt Besorgnis auslöst.
Sollte die Regierung tatsächlich einen generellen Finanzierungsstopp verhängen, könnte dies das Gesicht der US-Auslandshilfe grundlegend verändern. Programme im Zusammenhang mit Gleichstellung und Inklusion würden wichtige Unterstützung verlieren, mit besonders spürbaren Folgen in Regionen, in denen die USA seit langem ein wichtiger Geber in den Bereichen Menschenrechte und Gesundheitsversorgung sind.
gnews.cz - GH
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