Der geldpolitische Ausschuss hat auf seiner heutigen Sitzung die Leitzinsen auf dem aktuellen Niveau belassen. Der Zwei-Wochen-Refinanzierungssatz bleibt somit bei 3,75 %. Alle sieben Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses stimmten für diese Entscheidung.
Die heutige Entscheidung spiegelt die aktualisierte Inflationsprognose, ihre Risiken und die Bewertung neuer Daten wider. Laut der aktualisierten Prognose der Zentralbank soll die Inflation im Laufe des Jahres leicht über 2 % liegen und im nächsten Jahr auf das Inflationsziel sinken. Es bestehen jedoch weiterhin inflationsfördernde Risiken, die eine weiterhin leicht restriktive Geldpolitik erfordern.
Insbesondere der Anstieg der Dienstleistungspreise bleibt hoch, was sowohl frühere Kostensteigerungen als auch das derzeit rasante Lohnwachstum in diesem Sektor widerspiegelt. Seit der letzten geldpolitischen Sitzung ist auch das mit der Einführung von Zöllen weltweit verbundene Risiko deutlich gestiegen. Die Einführung von Vergeltungszöllen auf Importe aus den USA würde zu höheren Preisen für importierte Waren führen. Darüber hinaus verringern die neu angekündigten Pläne für fiskalische Anreize in Deutschland die Wahrscheinlichkeit eines negativen Szenarios eines deutlichen Rückgangs der deutschen Wirtschaft. Damit erhöht sich die inflationsbezogene Risikobewertung für die Erreichung des Inflationsziels.
Ziel der heutigen Entscheidung ist es, sicherzustellen, dass die Gesamtinflation langfristig stabil in der Nähe des Inflationsziels von 2 % bleibt. Dies erfordert, dass das Wachstum der Geldmenge in der Wirtschaft nicht übermäßig schnell verläuft bzw. dass die Kreditdynamik moderat bleibt. Die Geldpolitik trägt somit zur Aufrechterhaltung einer niedrigen Inflation bei.
Bei den nächsten Sitzungen wird der geldpolitische Ausschuss die neu verfügbaren Daten und ihre Auswirkungen auf die Inflationsprognose bewerten. Die Überlegungen zur Festlegung der Zinssätze werden insbesondere von der Bewertung der Nachhaltigkeit eines niedriginflationären Umfelds, der Entwicklung des Wechselkurses der Krone, der Auswirkungen der Fiskalpolitik auf die Wirtschaft, der Analyse der Spannungen auf dem Arbeitsmarkt sowie der Entwicklung der inländischen und ausländischen Nachfrage abhängen. Der geldpolitische Ausschuss wird auch die Maßnahmen der wichtigsten ausländischen Zentralbanken, geopolitische Ereignisse und die Entwicklung der Handelsbeziehungen zwischen den USA und der EU beobachten. Der geldpolitische Ausschuss wird auch die Übertragung von Zinssenkungen auf die Kreditaktivität, die Vermögenspreise und anschließend auf die reale Wirtschaftstätigkeit und die Preisentwicklung bewerten.
Der geldpolitische Ausschuss bekräftigt sein Engagement für eine Geldpolitik, die darauf abzielt, die Inflation langfristig in der Nähe des Zwei-Prozent-Ziels zu halten. Dies erfordert derzeit eine restriktivere Geldpolitik.
Wirtschaftliche Entwicklung
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im letzten Quartal 2024 im Jahresvergleich um 1,8 %. Das Wachstum war 0,4 Prozentpunkte schneller als in der Prognose vom Februar erwartet. Insbesondere der Konsum der privaten Haushalte überraschte, da er zunehmend an Dynamik gewinnt. Im Gegensatz dazu bleibt die Auslandsnachfrage schwach, was zusammen mit der gedämpften Stimmung zu einer geringen Investitionstätigkeit der Unternehmen führt.
Die Spannungen auf dem Arbeitsmarkt bestehen weiterhin. Das durchschnittliche Bruttoentgelt im Marktsektor stieg im vierten Quartal im Jahresvergleich um 8,3 %, also 0,6 Prozentpunkte schneller als in der Prognose erwartet.
Die Inflation bewegt sich seit Januar letzten Jahres innerhalb der von der Tschechischen Nationalbank (ČNB) festgelegten Toleranzgrenze und betrug im Durchschnitt im vergangenen Jahr 2,4 %, was der niedrigste Wert seit sechs Jahren ist. Zu Beginn dieses Jahres entwickelte sich die Inflation weitgehend im Einklang mit den Prognosen. Insbesondere der Anstieg der Dienstleistungspreise ist weiterhin hoch, was auf das schnelle Lohnwachstum zurückzuführen ist.
Risiken und Unsicherheiten
Der Verwaltungsrat der ČNB hat die Risiken und Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Erreichung des Inflationsziels insgesamt als inflationär bewertet. Zu den inländischen Risiken, die zu einer höheren Inflation führen könnten, gehört die anhaltende Trägheit des Preisanstiegs bei Dienstleistungen und Lebensmitteln. Ein möglicher zusätzlicher Anstieg der Gesamtausgaben des öffentlichen Sektors würde das Risiko einer inflationären Wirkung der Fiskalpolitik erhöhen. Auch die erhöhten Lohnforderungen im privaten und öffentlichen Sektor stellen ein inflationäres Risiko dar. Auf einem längeren Zeithorizont besteht das Risiko einer beschleunigten Geldmengenerhöhung in der Wirtschaft, die aus einer weiteren deutlichen Belebung der Kreditvergabe resultieren könnte, insbesondere auf dem Immobilienmarkt. Ein inflationäres Risiko aus dem Ausland, insbesondere im kurzfristigen Bereich, ist die Eskalation von Handelskonflikten. Diese könnten jedoch langfristig zu einer Verlangsamung der globalen Wirtschaftsaktivität führen. Das Risiko einer deutlich schwächeren Leistung der deutschen Wirtschaft wird teilweise durch den von der neuen deutschen Regierung vorbereiteten fiskalischen Konjunkturimpuls gemildert.
Gesetzlicher Auftrag
Der Verwaltungsrat der ČNB versichert der Öffentlichkeit, dass die Maßnahmen der ČNB ausreichend sein werden, um die Preisstabilität im Einklang mit dem gesetzlichen Auftrag zu gewährleisten. Der Verwaltungsrat ist gleichzeitig bereit, angemessen auf mögliche Risiken im Zusammenhang mit der Erreichung des Inflationsziels zu reagieren.
ČNB/ gnews.cz - RoZ
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