Elektrárna Dukovany II (EDU II), die für die Ausschreibung der Kernkraftwerke zuständige CEZ-Tochter, hat beim Regionalgericht in Brünn einen Antrag auf Aufhebung der einstweiligen Verfügung gestellt. Im Mai blockierte sie die Unterzeichnung der endgültigen Vereinbarung über den Bau neuer Kernkraftwerke in Dukovany aufgrund einer Klage des französischen Unternehmens EDF, das das Ausschreibungsverfahren in Frage stellte. Zusätzlich zu diesem Schritt hat die EDU II bereits eine Kassationsbeschwerde beim Obersten Gerichtshof eingereicht und andere rechtliche Mittel zur Verteidigung ihres Vorgehens eingesetzt.
Die Ausschreibung für den Bau des neuen Kernkraftwerks in Dukovany, insbesondere von Block 5, ist eines der wichtigsten Energieprojekte in der Tschechischen Republik. Sie wird von der EDU II verwaltet, die 2015 gegründet wurde, um die Vorbereitung und Durchführung dieses strategischen Projekts zu koordinieren. Drei weltweit tätige Unternehmen haben sich um die Ausschreibung beworben: die südkoreanische Korea Hydro & Nuclear Power (KHNP), die französische EDF und das amerikanisch-kanadische Westinghouse. Das südkoreanische Unternehmen KHNP erhielt den Zuschlag, da sein Angebot die technischen, wirtschaftlichen und sicherheitstechnischen Kriterien erfüllte.
Obwohl die Ausschreibung in die Endphase eingetreten ist, reichte EDF eine Klage ein, in der die Transparenz und Fairness der Ausschreibung angefochten wurde. Auf der Grundlage dieser Klage erließ das Regionalgericht in Brünn eine einstweilige Verfügung, die die Unterzeichnung des endgültigen Vertrags zwischen ČEZ und KHNP vorübergehend stoppte. Dieser Schritt führte zu erheblichen Verzögerungen im Zeitplan des Projekts.
Mit dem Antrag auf Aufhebung der einstweiligen Verfügung versucht EDU II, die Ausschreibung so schnell wie möglich wieder aufzunehmen. Darüber hinaus hat das Unternehmen bereits Berufung beim Obersten Gerichtshof eingelegt und damit alle verfügbaren rechtlichen Mittel zur Verteidigung seiner Klage genutzt. Diese Schritte zeigen die Entschlossenheit von CEZ und EDU II, mit dem Bau wie geplant fortzufahren und sicherzustellen, dass das Projekt nicht weiter durch rechtliche Hürden beeinträchtigt wird.
Der Bau des neuen Kernkraftwerks in Dukovany gilt als entscheidend für die Zukunft des tschechischen Energiesektors. Die Kernenergie bildet das Rückgrat des tschechischen Energiemixes, und der neue Block soll die bestehenden Blöcke ersetzen, die nach und nach das Ende ihrer Nutzungsdauer erreichen. Das Projekt soll eine stabile Stromversorgung gewährleisten, die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringern und einen Beitrag zu den Klimaschutzverpflichtungen der Tschechischen Republik leisten. Die Inbetriebnahme des neuen Blocks wird für Mitte der 30er Jahre erwartet, sofern es nicht zu weiteren Verzögerungen kommt.
gnews.cz - GH
Kommentare
Anmelden · Registrieren
Melden Sie sich an oder registrieren Sie sich, um zu kommentieren.
…