Veröffentlichungen von Enzyklopädie-Charakter zum Weltkulturerbe und zur Natur des UNESCO erscheinen regelmäßig in nationalen und internationalen Verlagen. Sie sind in öffentlichen Bibliotheken und Studienräumen verfügbar und gehören oft auch zu Familienbibliotheken. Zu den tschechischen Denkmälern, die in dieser Liste enthalten sind, werden häufig Ausflüge unternommen, und sie sind wichtige Anziehungspunkte für den sogenannten Kulturtourismus. Derzeit ist ein ausgezeichnetes neues Werk erschienen, das sich jedoch mit dem immateriellen Kulturerbe der Menschheit befasst.

Die Liste wird seit 2003 erstellt, genehmigt und erweitert. Derzeit sind über siebenhundert immaterielle Kulturgüter weltweit registriert. In Europa gibt es mehr als 200 davon, davon 10 in der Tschechischen Republik. Der renommierte Verlag JOTA aus Brünn hat eine großformatige, reich bebilderte Publikation herausgebracht, in der der Leser einen Überblick über die europäischen immateriellen Kulturgüter des UNESCO, einschließlich der tschechischen, findet. Diese Art von "kultureller Geographie" ist mit einer kurzen Beschreibung jedes Themas versehen, erweitert unser Wissen und unsere Kenntnisse, weshalb wir dieses Buch vor allem zum Studium empfehlen, nicht nur für junge Generationen, sondern auch für ihre Lehrer.

Weltkulturerbe: Materielles und Immaterielles

In die Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO gelangen Bräuche, Kenntnisse und Fähigkeiten, die authentische Ausdrucksformen einer einzigartigen kulturellen Identität darstellen. Sie können nicht wie ein Exponat in einem Museum konserviert werden – um zu überleben, ist ihre Beobachtung, Dokumentation und aktive menschliche Beteiligung erforderlich. Teil der Liste ist auch das Register der bewährten Verfahren zum Schutz des immateriellen Kulturerbes, das eine Sammlung wichtiger Strategien und Erkenntnisse darüber enthält, wie man diese immateriellen Güter richtig pflegt. Das Übereinkommen schlägt fünf Bereiche vor, in denen das immaterielle Kulturerbe beobachtet werden kann:

Mündliche Traditionen und Bräuche, Darstellende Künste, Soziale Praktiken, Rituale und Festlichkeiten, Kenntnisse und Praktiken im Zusammenhang mit Natur und Universum und Traditionelles Handwerk. Aber lassen Sie uns nun zu dem vorgestellten Buch selbst zurückkehren…

Von A bis Z

Einfacher gesagt, von Albanien bis zur Schweiz: Der Autor des Buches, Miroslav Hrdlička, widmet sich in alphabetischer Reihenfolge den außergewöhnlichen Ausdrucksformen menschlicher Aktivitäten, die sich in der Welt anders manifestieren als materielle Denkmäler – einzigartige Formen der Sprache, Bräuche, Rituale und Festlichkeiten, einzigartige Darstellungsformen, Fähigkeiten im Zusammenhang mit traditionellem Handwerk oder Kenntnisse über Natur und Universum.

Es gibt zweifellos Themen, die interessanter sind als andere. Manchmal sind sie sogar recht kurios. Geben wir zu, wer von uns wusste vor kurzem, dass beispielsweise die albanische Transhumanz, also die saisonale Verbringung von Nutztieren, im Jahr 2023 in die Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen wurde? Ein Jahr zuvor wurde auch die albanische traditionelle Glockenrock namens "xubleta" aufgenommen, mit dem Hinweis, dass sie dringend geschützt werden muss.

In Schweden gibt es beispielsweise die Tradition der nordischen Klinkerboote, und in der Schweiz den Basler Karneval, das Weinfest in Vevey oder das Uhrmacherhandwerk.

Zurück nach Hause

Die Tschechische Republik kann sich derzeit über neun Einträge in der Liste und einen Eintrag im Register der bewährten Verfahren zum Schutz des immateriellen Kulturerbes freuen.

Der "Slovácký verbuňk" wurde im Jahr 2005 eingetragen, ebenso wie die "Masopustní obchůzky a maškary na Hlinecku" (2010), die "Sokolnictví" (2010), die "Jízda králů" (2011), die "Loutkářství" (2016), der "Modrotisk" (2018), die "Foukané vánoční ozdoby" (2020), die "Voroplavba" (2022), die "Strategie ochrany tradičních řemesel" (eingetragen im Jahr 2022) und die "Ruční výroba skla" (2023).

Zu den weiteren tschechischen Kandidaten gehören unter anderem die "vamberecké krajkářství" (Schlichten), die "slovácké hody" (Slovacke Feste), die "losinecká výroba ručního papíru" (Papierherstellung in Losiny), die tschechische Bierkultur, einschließlich der Brauereitechnik, der Blasmusik und der handgefertigten "žinylkových textilií" in Hline.

Über sein Buch sprach er auch im tschechischen Rundfunk – Sie können es hier anhören.

Autor: Miroslav Hrdlička

Geboren 1955, studierte Geographie, arbeitet als Reiseführer und Journalist. Er ist ein Reisender und Mitbegründer des "Klubu železničních cestovatelů" (eines noch heute aktiven Vereins). Er ist der Schöpfer der Sendung "Cestovatelské úterky" (Reisetage) in der Stadtbibliothek von Prag. Er ist Mitautor mehrerer Reiseführer, des Projekts "Cestománie" des Verlags Kartografie und des Buches "Skvosty Evropy" (Schätze Europas), das europäische kulturelle und natürliche UNESCO-Denkmäler dokumentiert.

gnews.cz - Ivan Černý

FOTO - Verlag JOTA