Vor 125 Jahren wurde Ondřej SEKORA geboren, ein beliebter Schriftsteller, Journalist, Illustrator, Amateur-Entomologe und Gründer des tschechischen Rugby. Er war der Autor des legendären Alleskönners Ameise Ferda und anderer beliebter Figuren. Neben journalistischen Arbeiten arbeitete er auch für Radio, Fernsehen, Film und Theater.
Er wurde am 25. September 1899 in Kralov Pole geboren, das heute Teil von Brünn ist, als drittes von sechs Kindern des Lehrers Ondřej Sekora. Als er sieben Jahre alt war, starb sein Vater, und seine Mutter Anna musste sich um die Kinder kümmern. Sie hatte kaum finanzielle Mittel, versuchte aber, allen ihren Kindern die bestmögliche Bildung zu ermöglichen. Ondřej besuchte die Grundschule in Kralov Pole, dann das Gymnasium in Brünn und nach einem Umzug im Jahr 1913 studierte er in Vyskov. Er sammelte Schmetterlinge und Käfer, betrieb Sport, las viel und zeichnete gerne.
Am Ende des Ersten Weltkriegs wurde er als Einjahresfreiwilliger in die Armee eingezogen, glücklicherweise nicht an die Front, sondern nach Wien, wo er während seiner Freizeit gerne Galerien und Museen besuchte. Er bestand erst nach dem Krieg sein Abitur und begann auf Wunsch seiner Mutter ein Jurastudium, erkannte aber bald, dass dieser Bereich ihm völlig fremd war. Die Journalistik faszinierte ihn.
Im Jahr 1921 brach er sein Studium ab und begann bei den "Lidové noviny" in Brünn als Sportredakteur und Illustrator für Bildkommentare. Damals war in keiner Rubrik ein Illustrator zu finden, da die Qualität des Drucks kaum die Veröffentlichung von Fotos ermöglichte.
Ein wichtiges Jahr in seinem Leben war 1923: Im Frühjahr heiratete er Markéta Kalabusová, und im September reisten sie zusammen nach Paris, wohin er von den "Lidové noviny" geschickt wurde. Als Journalist nahm er an den Winterspielen in Chamonix teil, und einige seiner Berichte mit Bildern wurden auch in französischen Zeitungen veröffentlicht. Nach einem Jahr ließ er sich scheiden und absolvierte 1927 ein zweites Praktikum in Paris. Er war Reporter bei der Tour de France, schrieb Kolumnen und Kommentare und zeichnete neben Illustrationen auch Karikaturen.
In Frankreich entwickelte er eine Begeisterung für Rugby und setzte sich nach seiner Rückkehr nach Hause für dessen Förderung ein. Er übersetzte und illustrierte die Regeln dieses Spiels, erfand die tschechische Rugby-Terminologie, wurde Trainer der ersten Vereine und war bis 1944 auch Schiedsrichter und leitete das erste Rugby-Spiel in unserem Land.
Im Jahr 1928 kam Sekora zur Redaktion der "Lidové noviny" in Prag, wo er eine Rubrik für Kinder namens "Dětský koutek" übernahm. Zu dieser Zeit studierte er privat Zeichnen und Malen bei Professor A. Hofbauer an der Kunstgewerbeschule, wo er seinen eigenen Stil entwickelte, der sich der Animation annäherte. In den Bildserien, den Vorläufern der heutigen Comics, die in der Sonntagsbeilage der "Lidové noviny" erschienen, präsentierte er den Kindern Geschichten voller Spannung, Humor und Situationskomik. Besonders beliebt waren die Hähnchenfigur Napipi und natürlich die Ameise Ferda, die ihm berühmt gemacht hat.
Die erste Comicfigur, die Ameise Ferda, zeichnete er im Jahr 1927, und zwar für Geschichten für Erwachsene – die unartige Ameise trank sich mit Nektar aus Blumen voll und ärgerte die Marienkäfer. Der fleißige und einfallsreiche Mann, der sich in allem auskennt, entstand im Januar 1933. Der Käfer Pytlík folgte ihm im Jahr 1935. Im Jahr 1936 erschien mit diesen Figuren das Kinderbuch Ferda Mravenec, das so viel Interesse weckte, dass Sekora kurz darauf weitere Bücher veröffentlichte: Ferda Mravenec in fremden Diensten und Ferda im Ameisenhaufen, und er fügte im Laufe der Zeit weitere hinzu. Nach dem Krieg erschien ab 1950 in der Zeitschrift "Mateřídouška" die Serie Auszüge aus dem Leben der Ameise Ferda Mravenec. Alles, was Sekora schrieb, überprüfte er sorgfältig, daher wurden seine Bücher auch von Naturwissenschaftlern mit Interesse gelesen. Er erfand seine Geschichten, aber alles über die Natur darin war wahr.
Im Jahr 1941 musste er die Redaktion der Zeitung "Lidové noviny" verlassen, da seine zweite Frau, Ludmila Roubíčková, die er 1930 geheiratet hatte, Jüdin war und er sich weigerte, sich scheiden zu lassen. Er wurde aus dem Nationalen Verband der Journalisten ausgeschlossen und von 1944 bis zum Kriegsende in Arbeitslagern in Polen und Deutschland interniert. Dort führte er ein Tagebuch und spielte mit einem Mitgefangenen, dem Schauspieler Oldřich Nový, ein Marionettentheater. Seine Frau kam nach Theresienstadt, überlebte aber trotz einer Typhuserkrankung den Krieg. Sie konnten sich glücklich wiedersehen, ebenso wie ihr Sohn Ondřej, der 1931 geboren wurde und von Verwandten in Jevíčko betreut wurde. In der Nachkriegszeit trat Sekora der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei bei und wurde Redakteur der Zeitung "Práce" und der Zeitschrift "Dikobraz". 1949 war er Mitbegründer des staatlichen Verlags für Kinderbücher, dem heutigen Albatros. Er war an den ersten Versuchen des Fernsehsenders für Kinder beteiligt, spielte Marionettentheater und veranstaltete im ganzen Land Gespräche mit Kindern. Ab 1952 war er freiberuflicher Schriftsteller und schrieb und illustrierte für die Zeitungen "Lidové noviny", "Hosta do domu", "Mateřídouška", "Ohníček" und "Pionýr". Im Laufe seines Lebens illustrierte er 40 Bücher anderer Autoren und veröffentlichte fünfundzwanzig eigene Werke. 1964 wurde er zum "verdienten Künstler" ernannt und 1966 erhielt er den Literaturpreis Marie Majerová. Ein Schlaganfall beendete 1964 seine öffentliche Tätigkeit. Er starb am 4. Juli 1967 in Prag und wurde in Košíře auf dem Friedhof Na Malvazinkách beigesessen.
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