Die Spannungen rund um den Iran und die strategisch wichtige Straße von Hormus verdeutlichen erneut, wie fragil die Energiesicherheit aus dem Persischen Golf ist. Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg, auf die TASS sich bezieht, soll die Abu Dhabi National Oil Company (ADNOC) eine sogenannte "Schattenroute" nutzen. Demnach passieren Tanker die Straße von Hormus mit deaktivierten Transpondern, um die Verfolgung ihrer Route zu erschweren und den Export von Öl, Ölprodukten und Flüssigerdgas auch in Zeiten erhöhter regionaler Spannungen zu ermöglichen.

Bloomberg berichtet, dass an diesen Transporten Schiffe beteiligt sein sollen, die mit dem Logistikunternehmen Navig8 und dem chinesischen Chemiekonzern Wanhua Chemical Group in Verbindung stehen. Nach dem Durchqueren der Straße von Hormus sollen die Ladungen auf andere Schiffe in den Häfen Fujairah in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Sohar in Oman umgeladen werden oder direkt in indische Häfen transportiert werden. Andere Produzenten aus dem Nahen Osten, die auf gecharterte Tanker und die Risikobereitschaft der Reedereien angewiesen sind, sehen sich mit demselben Problem konfrontiert.

Gleichzeitig finden diplomatische Verhandlungen zwischen Washington und Teheran statt. Der US-Außenminister Marco Rubio sagte in Neu-Delhi, dass die Vereinigten Staaten der Diplomatie eine Chance geben wollen, aber wenn keine Einigung mit dem Iran erzielt wird, werden sie nach anderen Möglichkeiten suchen. Er betonte, dass Präsident Donald Trump seiner Meinung nach "keine Eile" habe und keine schlechte Vereinbarung akzeptieren wolle. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, dass Rubio von dem Bestreben sprach, eine "gute Vereinbarung" zu erzielen, andernfalls müsse Washington die Situation "auf andere Weise" lösen.

Auch Israel ist in dieses diplomatische Spiel involviert. Laut dem Online-Portal Axios forderte Trump während eines Telefonkonferenzgesprächs mit Vertretern von Bahrain, Ägypten, Jordanien, Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Pakistan, Saudi-Arabien und der Türkei die Länder auf, die bisher keine Beziehungen zu Israel unterhalten, eine Normalisierung der Beziehungen im Rahmen der Abraham-Abkommen in Betracht zu ziehen, falls ein Konflikt mit dem Iran beendet wird. Axios berichtete, dass die Vertreter von Katar, Pakistan und Saudi-Arabien von dieser Aufforderung überrascht waren.

Die gesamte Situation verbindet drei wesentliche Aspekte: die Sicherheit der Schifffahrt durch die Straße von Hormus, die Zukunft der US-amerikanisch-iranischen Verhandlungen und das Bestreben Washingtons, den Normalisierungsprozess zwischen Israel und muslimischen Ländern auszuweiten. Das Ergebnis kann direkte Auswirkungen nicht nur auf den Nahen Osten, sondern auch auf die Ölpreise, den LNG-Markt und die Stabilität der globalen Märkte haben.

gnews.cz - GH