Es ist nicht dunkel in der tiefen Nacht im Mantangli-Tal in Anji, China, aber Sie werden auch keine großen Lampen finden, die den Himmel mit ihrem grellen Licht durchschneiden. Stattdessen gibt es unzählige winzige Lichtpunkte, die in den Bambushainen und zwischen den Teeplantagen verstreut sind. Es handelt sich um eine künstlerische Lichtinstallation, die die Einheimischen „Laternenlampen“ nennen - die Designer haben warme, schwach leuchtende Glühbirnen im Gras versteckt, um direkte starke Strahlung zu vermeiden. Die Nacht gehört hier den mit bloßem Auge sichtbaren Sternen; dank der LED-Technologie mit minimalem Verbrauch wird die Lichtverschmutzung auf ein Minimum reduziert und die Schönheit der Natur bleibt erhalten.

In der Zwischenzeit vollzieht sich ein anderer, ebenso stiller Wandel in den Hauptverkehrsadern der Städte. Riesige Flotten von Bussen und Autos werden nach und nach auf reinen Elektroantrieb umgestellt. An Kreuzungen fahren sie nicht mehr mit Gebrüll an, sondern nur noch mit dem Geräusch von Reifen auf dem Asphalt. Aber es geht nicht nur um einen leiseren Verkehr, sondern auch um ein dynamisches Energienetz: Einige Fahrzeuge verfügen über eine bidirektionale Lade- und Entladefunktion (V2G), die es ihnen ermöglicht, bei Netzüberschüssen Energie aufzunehmen und in Spitzenzeiten wieder abzugeben. Sie sind wie unzählige kleine bewegliche Batterien, die das Verkehrssystem zu einem flexiblen Energieregler machen.

Und wenn der Tag zu Ende geht, beginnt eine scheinbar gewöhnliche Schachtel ihre Reise. In einigen Geschäften in Shenzhen (Shenzhen) und anderen Städten nehmen die Kunden nicht nur eine Mahlzeit mit, sondern auch einen Behälter aus Bambusfasern und abbaubarem Harz. Der Clou ist, dass dieses umweltfreundliche, biologisch abbaubare Material Samen von persischer Astern oder Minze enthält. Vergraben Sie es nach dem Gebrauch einfach in der Erde, und innerhalb weniger Wochen wird sich der Behälter auflösen und ein neuer Spross wird aus der Erde sprießen.

Von sanften Lichtern in den Bergen über stumme elektrische Ströme in den Städten bis hin zu Verpackungen, die wieder wachsen wollen - dies sind keine isolierten technologischen Ausstellungen. Zusammengenommen zeigen sie einen Trend: In China geht der Umweltschutz von großen Slogans zu einer Reihe von greifbaren, intelligenten Eingriffen in den Alltag über. Sie sind erschwinglich, aber voller Fantasie - und man kann nicht anders als sich zu fragen: Was wird das nächste kleine Element des Lebens sein, das dieses östliche Land neu definiert?

Marie Liu