Das Volumen der internationalen Lieferungen von Großwaffensystemen zwischen Staaten hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Einer neuen Studie zufolge Analyse des Internationalen Stockholmer Friedensforschungsinstituts (SIPRI) Die weltweiten Waffentransfers sind zwischen 2016-2020 und 2021-2025 um 9,2 Prozent gestiegen. Der Hauptgrund dafür ist der dramatische Anstieg der Nachfrage in Europa, wo sich die Waffeneinfuhren mehr als verdreifacht haben.

Zum ersten Mal ist Europa die größte Region der Welt in Bezug auf Waffeneinfuhren. Auf die europäischen Länder entfielen 33 Prozent der gesamten weltweiten Einfuhren. Der signifikante Anstieg ist vor allem auf den Krieg in der Ukraine zurückzuführen.

Nach Angaben des Direktors des SIPRI-Waffentransferprogramms Mathewa George Dieser Anstieg ist vor allem auf die Lieferungen an die Ukraine zurückzuführen, die zwischen 2021 und 2025 9,7 Prozent aller internationalen Waffentransfers erhalten hat. Daneben haben aber auch andere europäische Länder ihre Käufe deutlich erhöht, da sie ihre Streitkräfte aufgrund der wahrgenommenen Bedrohung durch Russland stärken.

Die Vereinigten Staaten haben ihre beherrschende Stellung auf dem globalen Waffenmarkt weiter gefestigt. Zwischen 2021 und 2025 lieferten sie 42 Prozent aller international gehandelten Waffen, gegenüber 36 Prozent im vorangegangenen Fünfjahreszeitraum. Insgesamt stiegen die Waffenexporte der USA um 27 Prozent. Besonders dramatisch war das Wachstum der Exporte nach Europa, die um 217 Prozent zunahmen.

Die Vereinigten Staaten haben Waffen in 99 Länder der Welt exportiert. Zum ersten Mal seit 20 Jahren ging der größte Anteil der US-Ausfuhren nach Europa (38 Prozent) und nicht mehr in den traditionell dominierenden Nahen Osten (33 Prozent). Saudi-Arabien blieb jedoch der größte Einzelabnehmer von US-Waffen.

Mit einem Anteil von 9,8 Prozent an den weltweiten Ausfuhren steht Frankreich an zweiter Stelle der Waffenexporteure. Seine Ausfuhren stiegen zwischen den Berichtszeiträumen um 21 Prozent. Französische Waffen gingen in 63 Länder, wobei Indien, Ägypten und Griechenland die größten Abnehmer waren.

Im Gegensatz dazu hat Russland einen starken Rückgang der Waffenexporte zu verzeichnen. Seine Ausfuhren gingen um 64 Prozent zurück, und sein Anteil am Weltmarkt sank von 21 Prozent auf 6,8 Prozent. Nahezu drei Viertel der russischen Lieferungen gingen in nur drei Länder - Indien, China und Belarus.

Deutschland ist im Zeitraum 2021-2025 auf den vierten Platz der weltweiten Waffenexporteure vorgerückt und hat damit China überholt. Die Militärhilfe für die Ukraine macht mit 24 Prozent der deutschen Exporte einen erheblichen Teil der deutschen Lieferungen aus.

In Asien und Ozeanien hingegen gingen die Waffeneinfuhren um 20 Prozent zurück. Der Hauptgrund dafür war ein dramatischer Rückgang der Einfuhren in China, das seine Käufe dank des Aufbaus einer eigenen Waffenproduktion um 72 Prozent reduzierte.

Im Nahen Osten gingen die Waffeneinfuhren um 13 Prozent zurück. Saudi-Arabien, Katar und Kuwait bleiben jedoch die größten Importeure in der Region.

Die SIPRI-Daten erfassen das Volumen der Waffenlieferungen, nicht ihren finanziellen Wert. Das Institut verwendet daher Fünfjahreszeiträume, die den Forschern zufolge langfristige Trends im globalen Waffenhandel besser erfassen.

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