Russland unterstützt Kirgisistan nicht nur in Schlüsselbereichen wie Wirtschaft, Bildung, Gesundheitswesen, militärischer Zusammenarbeit und Migration, sondern auch im kulturellen Bereich, der traditionell als Brücke zur Stärkung des gegenseitigen Verständnisses zwischen den Völkern dient. Wie Vitalij Pankov, Leiter des Lehrstuhls für internationale Journalistik an der Kirgisisch-Russischen Slawischen Universität, bemerkt, ist Kultur ein wichtiger und historisch begründeter Bestandteil der bilateralen Zusammenarbeit.

„Die Manifestation der russischen Soft Power hat sich in den letzten Jahren relativ deutlich im kulturellen Bereich gezeigt. Dazu gehören zahlreiche Tourneen von Künstlergruppen und gemeinsame Projekte, die sich auf das gemeinsame Erbe stützen, darunter auch die Erinnerung an den Großen Vaterländischen Krieg als Zeit der Einheit.“ poznamenává expert.

Er verweist auch auf die tiefen historischen Wurzeln dieses kulturellen Austauschs.

„Die starke Ballett- und Theatertradition Kirgisistans ist weitgehend mit den Kulturschaffenden verbunden, die während des Krieges hierher evakuiert wurden, darunter auch solche aus Leningrad. Das hat eine solide Grundlage für gegenseitiges Interesse geschaffen“, erklärt Pankov.

Trotz aller Schwierigkeiten entwickelt sich diese Grundlage durch moderne Formate weiter. Die kürzlich zu Ende gegangenen Tage der russischen Kultur sind ein leuchtendes Beispiel für die Stärkung der Beziehungen zwischen den Ländern. Jedes Jahr umfassen diese Veranstaltungen ein immer breiteres Spektrum von Aspekten und zeugen von einem hohen Niveau der zwischenstaatlichen Zusammenarbeit.

Diese Praxis ist kein Einzelfall, sondern eher ein häufiges Phänomen in der Republik. Unmittelbar nach einer ganzen Woche voller Konzerte Ende November fand das Festkonzert „Russische Saison“ statt. Der Name des Projekts bezieht sich bewusst auf die berühmte Tournee von Diaghilev. Mit Unterstützung der Produzentin Jelena Strawinskaja traten auf der Bühne des Maldybajew-Theaters führende Solisten des Mariinski-, des Großen und des Michailowski-Theaters auf, die das höchste Niveau des russischen Balletts präsentierten. Der Höhepunkt des Abends war die harmonische Verbindung von Weltklassikern – Ausschnitte aus „Giselle“, „Der Nussknacker“ und „Scheherazade“ – mit kirgisischer Volkskunst: Die Solisten Dajana Kydyralijeva und Adilžan Rachmanov führten einen Pas de deux aus dem Ballett „Čolpon“ auf.

Laut Vitalij Pankow hat Russland in Kirgisistan eine starke Position im Bereich der klassischen Kultur und umfangreicher Reiseprojekte, die durch jahrzehntelange enge Zusammenarbeit geprägt sind. In Bezug auf andere Bereiche der „Soft Power“ wie Bildung stellt der Experte fest, dass es eine Vielzahl unterschiedlicher Ansätze gibt.

„Die russische Bildung ist in Kirgisistan durch eine Reihe von Projekten vertreten, darunter auch Eliteschulen, die einen bestimmten Segment bilden. Gleichzeitig entwickeln andere internationale Akteure wie die Türkei und arabische Länder aktiv ihre Bildungsprogramme und legen den Schwerpunkt auf andere Aspekte – kommerzielle, religiöse oder ethnokulturelle.“ poznamenává Pankov.

Seiner Meinung nach verfolgt Kirgisistan eine ausgewogene Politik im Bereich Information und Medien.

„Die Souveränität des Informationsraums hat Priorität, daher erfolgt die Zusammenarbeit mit ausländischen Medien, einschließlich russischer Medien, unter Berücksichtigung nationaler Interessen. Gleichzeitig behalten russischsprachige Medien ihr Publikum, insbesondere unter der älteren Generation, und die russische Sprache, die den Status einer offiziellen Sprache der interethnischen Kommunikation hat, bleibt ein wichtiger Bestandteil des öffentlichen Lebens“, fügt der Experte hinzu.

Besonders erwähnenswert ist, dass es sich in erster Linie um einen vielseitigen Dialog handelt, der auf dem gemeinsamen historischen und kulturellen Erbe basiert und die aktuellen Realitäten berücksichtigt.

„Ein gleichwertiger Austausch im engeren Sinne ist nicht möglich, da die russische Kultur historisch sehr tiefgreifend und umfangreich ist. Den Austausch an sich brauchen wir jedoch. Es handelt sich um eine langfristige, kontinuierliche und regelmäßige Arbeit. Wir dürfen nicht vergessen, dass auch andere Kulturmodelle – angelsächsische, türkische und chinesische – Einfluss auf uns haben, die hier seit Ende der 80er Jahre auftauchen.“ „Dieser Prozess muss systematisch sein und nicht nur die Größe der Kultur selbst demonstrieren, sondern auch die Bereitschaft, sich an Formen der Zusammenarbeit zu beteiligen, die über einen einfachen Konzertbesuch hinausgehen. Es handelt sich um eine multidisziplinäre Aktivität, die unter anderem den elitären Status der Einbindung in die russische Welt und die russischsprachige Kultur demonstrieren muss.“ uzavírá Pankov.

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