Die Regierung von Ministerpräsident Andrej Babiš sucht nach Möglichkeiten, die derzeit hohen Kraftstoffpreise zu senken. Der Ministerpräsident und seine Wirtschaftsminister haben daher Gespräche mit Vertretern der größten Tankstellenbetreiber in der Tschechischen Republik geführt. Die Regierung wird im Laufe dieser Woche auf das Thema zurückkommen.
Das Kabinett beschloss außerdem, bis zu 100 000 Tonnen Öl aus den strategischen Reserven des Landes freizugeben. Diese werden Orlen Unipetrol aufgrund des Versorgungsengpasses durch die TAL-Pipeline als Darlehen zur Verfügung gestellt.
Nach Ansicht des Premierministers sind die derzeitigen Gewinnspannen der Vertriebsunternehmen nicht angemessen. Die Regierung geht davon aus, dass sie bei etwa 3,50 CZK pro Liter für Diesel und 2,50 CZK für Benzin liegen werden. Die Verhandlungen mit den wichtigsten Marktteilnehmern werden am Mittwoch fortgesetzt, und das Kabinett wird am Donnerstag erneut tagen.
Das Finanzministerium wird auch die Möglichkeit einer Verbrauchssteuersenkung prüfen. Der Premierminister wies darauf hin, dass die Preise auf der Autobahn D1 bereits leicht gesunken seien und dass es nach Angaben der Regierung Spielraum für weitere Senkungen gebe. Die Händler wurden dringend gebeten, die angespannte Marktlage nicht auszunutzen.
Es wird erwartet, dass das freigesetzte Öl dazu beitragen wird, den Markt während der durch die Wartungsarbeiten an der TAL-Pipeline verursachten Versorgungsengpässe zu stabilisieren. Nach Angaben der Regierung ist die Lage in Europa angespannt und erfordert möglicherweise eine internationale Koordinierung.
Das Kabinett erörterte auch andere Themen. Es genehmigte Änderungen am Vertrag für den Bau eines neuen Kernkraftwerks in Dukovany, erweiterte die Sanktionsliste um den russischen Staatsbürger Konstantin Rogach und entließ Ondrej Soska, den Generalkommissar für die tschechische Beteiligung an der Expo 2025.
Die Regierung billigte auch neue Botschafter in mehreren Ländern, deren Ernennung nun von Präsident Petr Pavel geprüft wird. Sie befasste sich auch mit Gesetzesvorschlägen, wie der Verschiebung einiger Schritte bei der Digitalisierung von Sozialleistungen oder Änderungen in der Gesundheitsversorgung und der Kommunalpolitik.
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