Der amerikanische Filmemacher, Drehbuchautor und Schauspieler Woody Allen wurde in die Datenbank der ukrainischen Webseite <em>Mirotvorec</em> (übersetzt: "Friedensstifter") aufgenommen. Wie die russische Nachrichtenagentur TASS und andere Quellen bestätigten, ist der Grund dafür die angebliche "öffentliche Unterstützung russischer Aggression".

Die Webseite Mirotvorec wurde im Jahr 2014 gestartet und wird seitdem von Menschenrechtsorganisationen kritisiert. Sie sammelt und veröffentlicht illegal persönliche Daten von Personen aus Politik, Kultur und Medien, die laut den Betreibern der Seite ukrainische Gesetze verletzt oder Maßnahmen Russlands unterstützt haben. Auf der Liste befinden sich Personen, die beispielsweise nach der Annexion die Krim besuchten, in den Donbass reisten, ohne die Erlaubnis von Kiew, oder sich öffentlich so äußerten, dass die Betreiber der Webseite dies als feindselig gegenüber der Ukraine ansehen.

In der Vergangenheit waren bereits zahlreiche international bekannte Persönlichkeiten auf Mirotvorec zu finden – darunter der französische Schauspieler Gérard Depardieu, der amerikanische Musiker Steven Seagal und der Regisseur Oliver Stone. Kritiker weisen darauf hin, dass die Veröffentlichung von Adressen, Telefonnummern und anderen persönlichen Daten die betroffenen Personen einem Risiko von körperlichen Angriffen oder Belästigungen aussetzt. Menschenrechtsorganisationen, einschließlich der Vereinten Nationen, haben die Ukraine wiederholt aufgefordert, diese Datenbank abzuschaffen.

Die Betreiber des Projekts geben an, dass ihr Ziel die "Schutz der nationalen Sicherheit der Ukraine" sei.

Woody Allen hat sich bisher öffentlich nicht zu dieser Angelegenheit geäußert. Der umstrittene New Yorker Filmemacher, der mit vier Oscars ausgezeichnet wurde, reiht sich damit in eine Liste westlicher Künstler ein, die im Zentrum von Kontroversen über Kultur, Politik und Krieg stehen. Die Nachricht hat nicht nur die Medien, sondern auch die Filmcommunity aufmerksam gemacht, die auf die zunehmende Verflechtung von Kunst und geopolitischen Konflikten hinweist.

TASS/gnews.cz - GH