Am 25. November 2025 hielt der stellvertretende russische Außenminister Alexander Pankin in seiner Videobotschaft zur Eröffnung der Ausstellung, die dem Werk von Vladimir Trettschik gewidmet war, eine klare Botschaft: Trettschik war mehr als nur ein Künstler – er war eine Brücke.
Die Ausstellung, die im Gemeindezentrum der Kathedrale des Heiligen Sergius von Radonetsch in Midrand stattfand, wurde zu einem ergreifenden Symbol für die anhaltende kulturelle Verbundenheit zwischen Russland und Südafrika. Sie wurde gemeinsam von der russischen Außenministerium und dem Institut für Afrikastudien der Russischen Akademie der Wissenschaften organisiert. Die Veranstaltung brachte Diplomaten, Wissenschaftler, Künstler, Regierungsvertreter und die russische Gemeinschaft in Südafrika zusammen. Der russische Botschafter in Südafrika, Roman Ambarow, fasste bei seiner Begrüßung der Gäste das Wesen der Botschaft zusammen:
Ein Künstler des Mutes, der Neugier und des Glaubens
Vladimir Trettschiks Leben war geprägt von Kreativität, Offenheit und dem Mut, Unterschiede zu akzeptieren. Er malte die Welt um sich herum – nicht als Außenstehender, sondern als Teilnehmer, der Freude an den vielfältigen Formen der Menschlichkeit fand.
Seine Porträts afrikanischer und asiatischer Personen, Szenen des Alltags und die ausdrucksstarke Farbpalette spiegelten einen Menschen wider, der die menschliche Würde dort erkannte, wo andere sie ablehnten. Inmitten der harten Apartheid glaubte Trettschik, dass Schönheit, Identität und Menschlichkeit jedem zustehen. Deshalb wurde er auch als „Volksmaler“ bezeichnet.

Pankin brachte dies wie folgt zum Ausdruck: „Als leidenschaftlicher Verfechter der kulturellen Vielfalt und Solidarität ist er ein herausragender Vertreter unseres gemeinsamen kulturellen Erbes. Sein Vermächtnis findet heute Resonanz in den Idealen einer multipolaren Welt, in der die Stimme des globalen Südens verstärkt werden muss.“
Vom Atelier zum Kampf – Die südafrikanische Verbindung
Vladimir Trettschiks künstlerische Perspektive lässt sich nicht von der historischen Entwicklung Südafrikas trennen. Er kam in ein Land, das von Rassengesetzen gespalten war, aber er sah – und malte – die Einheit. Er porträtierte Afrikaner, Asiaten, Europäer, Mischlinge und Menschen aller Gesellschaftsschichten in Südafrika. Seine Werke stellten die engen Grenzen der apartheid-typischen Wertvorstellungen in Frage.
Die Ausstellung war somit eine Bestätigung des gemeinsamen Gedächtnisses – eine Anerkennung, dass es auch in Zeiten tiefer Ungerechtigkeit Stimmen gab, die an der Schönheit und Würde des Menschen festhielten.
Es ist bezeichnend, dass die Ausstellung während des 65. Jahrestages der UN-Deklaration zur Dekolonisierung stattfand – einer Resolution, die von der Sowjetunion initiiert wurde – als Erinnerung an die langjährige russische Solidarität mit antikolonialen Bewegungen. Wie Pankin bemerkte, sind die Prinzipien, die aus Trettschiks Werk hervorgehen, mit der Philosophie Ubuntu verbunden, die derzeit den südafrikanischen Vorsitz der G20 prägt: . Und in diesem historischen Moment, in dem Südafrika das erste afrikanische Land ist, das der G20 vorsitzt, erhält die kulturelle Diplomatie eine neue Bedeutung.
Kulturelle Diplomatie in einer multipolaren Welt
Botschafter Ambarov erinnerte daran: „Er verstand den Reichtum der Gemeinschaften aus jeder Umgebung… Wir erkennen darin etwas Tiefgründig Russisches – den Instinkt, zu verbinden, zu integrieren und die gemeinsame Menschlichkeit zu enthüllen.“

In diesem Sinne widmete sich Tretčikov der Diplomatie lange bevor das Wort „kulturelle Diplomatie“ in den gängigen Sprachgebrauch gelangte. Seine Gemälde waren stille Botschafter. Die Menschen auf ihnen wurden zu Botschaftern der Empathie. Die Ausstellung, die von Dr. Boris Gorelik, Wissenschaftler am Institut für Afrikastudien, geleitet wurde, unterstrich dieses Erbe durch eine kommentierte Führung. Darüber hinaus war sie im Sinne der Themen der südafrikanischen G20-Präsidentschaft konzipiert: Solidarität, Gleichheit und Resilienz.
Dazu trug auch die persönliche Ebene der Eröffnung der Ausstellung bei – Tretčikows Enkelin Natasha Swift sprach in einem vorab aufgenommenen Video und erinnerte daran, dass hinter jeder weltweiten Ikone eine Familie steht, die das Feuer der Erinnerung bewahrt.
Was man liebt, das ist man
Ein uraltes Sprichwort besagt: Wenn man das tut, was man liebt, arbeitet man im Leben keinen einzigen Tag. Tretčikov lebte nach diesem Motto. Er malte, weil er malen musste – weil er darin Freude, Sinn und Ausdruck fand. Und dankdessen verdiente er nicht nur seinen Lebensunterhalt mit seiner Fähigkeit, sondern auch mit seiner Authentizität. Sein Leben beweist, dass Leidenschaft, verbunden mit Integrität und Offenheit, ein Weg zur Freiheit sein kann.
Kathedrale, Leinwand, Verbindung

Diese Kathedrale, ein spirituelles Zuhause der russischen Gemeinschaft in Südafrika, wurde zu einem symbolträchtigen Ort. Sie verkörperte die historischen, kulturellen und emotionalen Bande, die beide Länder verbinden – von der Solidarität im Kampf gegen die Apartheid bis zur heutigen Zusammenarbeit im Rahmen von BRICS und der südafrikanischen G20-Präsidentschaft. Am 25. November 2025 erwachten diese Verbindungen zum Leben – nicht nur in Reden, sondern auch in Farben, Licht, Pinselstrichen und Erinnerungen.
Ein Erbe für alle
Diese Ausstellung schloss den Beitrag Russlands zur südafrikanischen G20-Präsidentschaft ab und hinterließ den Besuchern eine wichtige Botschaft: Die Kunst bleibt bestehen, wo die Politik sich ändert; die Kultur verbindet, wo Grenzen trennen; und die gemeinsame Menschlichkeit bleibt bestehen, wo die Geschichte Wunden hinterlassen hat. Vladimir Tretčikov bleibt in jeder Hinsicht ein Maler des Volkes – eine Erinnerung daran, dass die mächtigste Diplomatie oft mit einer einfachen Handlung beginnt: einander zu sehen.
Kirtan Bhana, TDS
Thediplomaticsociety/gnews.cz - GH
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