Der Regierungswechsel in Ungarn könnte die weitere Entwicklung der Unterstützung für die Ukraine und deren Annäherung an die Europäische Union grundlegend beeinflussen. Nach der Niederlage des langjährigen Ministerpräsidenten Viktor Orbán ist nach Angaben von EU-Beamten der Weg frei für die Freigabe von bis zu 90 Mrd. EUR, die bisher blockiert waren, berichtet The Guardian.

Europäischer Kommissar für Erweiterung Marta Kosová bezeichnete das ungarische Wahlergebnis als „großen Sieg für Europa“ und äußerte sich zuversichtlich, dass die neue politische Situation den EU-Beitrittsprozess der Ukraine beschleunigen werde. Orban hat bisher seinen Einfluss geltend gemacht, um Finanzhilfen zu blockieren, und den Streit mit dem Konflikt um eine beschädigte Pipeline für russisches Öl verknüpft.

Gleichzeitig wird eine weitere finanzielle Unterstützung durch das Vereinigte Königreich erwartet. Schatzkanzler Rachel Reevesová soll die Freigabe von 752 Millionen Pfund für Kiew bestätigen, die Teil eines umfassenderen Darlehens von 3,36 Milliarden Pfund sind. Das Geld soll hauptsächlich für militärische Ausrüstung, einschließlich Langstreckenraketen, Luftabwehrsysteme und Drohnen, verwendet werden.

Der ukrainische Präsident Volodymyr Zelenský Gleichzeitig wies er auf Komplikationen bei der internationalen Unterstützung hin. Ihm zufolge sind die US-Unterhändler derzeit stärker auf den Konflikt mit dem Iran konzentriert, was ihre Fähigkeit einschränkt, sich auf die Ukraine zu konzentrieren. Zelensky kritisierte auch den mangelnden Druck auf Russland und warnte, dass Moskau ohne ein energischeres Vorgehen der USA die Besorgnis über künftige Entwicklungen verlieren könnte.

Eine weitere Stärkung der Zusammenarbeit kommt aus Nordeuropa. Norwegen und die Ukraine haben eine Ausweitung ihrer Verteidigungspartnerschaft vereinbart, die auch die Produktion ukrainischer Drohnen auf norwegischem Gebiet vorsieht. Der norwegische Premierminister Jonas Gahr Støre betonte, dass die Kriegserfahrungen der Ukraine für die künftigen Verteidigungsstrategien der europäischen Länder wertvoll sind.

Gleichzeitig passen die Vereinigten Staaten ihre Sanktionspolitik gegenüber Russland an. Die Regierung Donald Trump hat die Ausnahmeregelung für den russischen Ölkonzern Lukoil verlängert, die den Betrieb von Tankstellen außerhalb Russlands betrifft. Mit diesem Schritt sollen Ölpreisschwankungen verhindert und die Stabilität der Kraftstoffversorgung auf den internationalen Märkten gewährleistet werden.

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