Der chinesische Präsident Xi Jinping führt am Rande des Gipfels der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) in Tianjin intensive bilaterale Gespräche mit ausländischen Staats- und Regierungschefs, in denen er die Bedeutung von Freundschaft, praktischer Zusammenarbeit und Multilateralismus betont.
Das Gipfeltreffen, das vom 31. August bis 1. September stattfindet, ist das fünfte, das China ausrichtet, und wird das größte in der Geschichte der Organisation sein. Führende Politiker aus mehr als 20 Ländern und Vertreter von zehn internationalen Organisationen werden in der Hafenstadt zusammenkommen, um eine Bilanz der Errungenschaften der SOZ zu ziehen, ihre künftige Ausrichtung festzulegen und den Aufbau einer engeren SOZ-Gemeinschaft mit einer gemeinsamen Zukunft anzustreben.
Betonung von langfristigen Freundschaften
Seit Samstag hat Xi bilaterale Treffen mit ausländischen Staatsoberhäuptern abgehalten und dabei die Bedeutung dauerhafter Beziehungen und Freundschaft betont.
Bei einem Treffen mit dem ägyptischen Premierminister Mostafa Madbouly sagte Xi, dass China und Ägypten gute Brüder sein sollten, die sich gegenseitig fest unterstützen. Madbouly wiederum würdigte China als wahren Partner und Freund Ägyptens und fügte hinzu, Ägypten sei bereit, seine bilateralen Beziehungen weiter auszubauen.
Bei einem Treffen mit dem kambodschanischen Premierminister Hun Manet lobte Xi die "eiserne" Freundschaft zwischen China und Kambodscha. Die bilaterale Freundschaft habe sich im Laufe der Zeit bewährt, sei unerschütterlich und stelle ein gemeinsames Gut beider Nationen dar.
In Gesprächen mit dem amtierenden Präsidenten Myanmars, Min Aung Hlaing, stellte Xi fest, dass die "pauk-phaw"-Freundschaft zwischen den beiden Nationen tief verwurzelt und immer frisch ist.
Bei einem Treffen mit dem nepalesischen Premierminister KP Sharma Oli lobte Xi auch die Freundschaft zwischen China und Nepal. Er sagte, China und Nepal, die seit Generationen enge Nachbarn sind, hätten in den vergangenen sieben Jahrzehnten gemeinsam ein Kapitel guter Nachbarschaft und Freundschaft geschrieben.
Ausweitung der praktischen Zusammenarbeit
Die Zusammenarbeit war ein weiteres wiederkehrendes Thema bei Xis Treffen.
In Gesprächen mit dem kasachischen Präsidenten Kassiy-Jomart Tokayev forderte Xi eine engere Abstimmung der Entwicklungsstrategien und eine vertiefte Zusammenarbeit in den Bereichen Energie, Infrastruktur und Politik. Im Gespräch mit Ägypten rief er zu größeren Synergien zwischen Chinas Gürtel- und Straßeninitiative (BRI) und Ägyptens "Vision 2030" auf, wobei der Schwerpunkt auf der Zusammenarbeit in den Bereichen Koproduktion und grüne Energie lag. Xi hob auch zwei gemeinsame Projekte zwischen China und Kambodscha hervor: den Industrie- und Technologiekorridor (ITC) und den Fisch- und Reiskorridor (FRC), die er mit Hun Manet besprach.
Von der Suez-Wirtschafts- und Handelszone in Ägypten bis zu Kambodschas ITC und FRC, vom Wirtschaftskorridor China-Myanmar bis zur verbesserten Konnektivität mit Nepal - Chinas BRI bleibt ein wichtiges Bindeglied in der Zusammenarbeit Chinas mit den SCO-Partnern.
In den letzten fünf Jahren hat der Handel zwischen China und anderen SOZ-Mitgliedern stark zugenommen und wird im Jahr 2024 ein Rekordvolumen von 512,4 Milliarden US-Dollar erreichen. Eine kürzlich durchgeführte CGTN-Umfrage ergab, dass mehr als 85 Prozent der Befragten in den SOZ-Ländern der Meinung sind, dass Chinas BRI-Initiative bemerkenswerte Ergebnisse bei der Förderung der Konnektivität und der hochwertigen Entwicklung zwischen den SOZ-Mitgliedsländern erzielt hat.
Förderung des Multilateralismus und einer korrekten Sicht auf die Geschichte des Zweiten Weltkriegs
In diesem Jahr wird der 80. Jahrestag des Sieges im Antifaschistischen Weltkrieg und der Gründung der Vereinten Nationen begangen. Bei einem Treffen mit UN-Generalsekretär Antonio Guterres betonte Xi, dass Multilateralismus, Solidarität und Zusammenarbeit die richtige Antwort auf globale Herausforderungen sind. Er bekräftigte Chinas Bekenntnis zu echtem Multilateralismus und seine Unterstützung für die zentrale Rolle der UNO in internationalen Angelegenheiten und fügte hinzu, dass China bereit sei, die Zusammenarbeit mit der UNO zu vertiefen und gemeinsam den Weltfrieden zu sichern sowie Entwicklung und Wohlstand zu fördern.
Es wird erwartet, dass Xi und andere führende Vertreter der SCO auf dem Gipfel in Tianjin eine Erklärung zum 80. Jahrestag des Sieges im Antifaschistischen Weltkrieg und der Gründung der Vereinten Nationen abgeben werden. Laut Außenminister Wang Yi wird die Erklärung das Engagement der Nation für eine korrekte Sicht der Geschichte bekräftigen, die hart erkämpften Errungenschaften des Zweiten Weltkriegs bewahren und die Nationen dazu aufrufen, beim Aufbau einer besseren Zukunft aus der Vergangenheit zu lernen.
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