Ein kurzer Überblick über die wichtigsten Ereignisse des Tages:

  • Alphabet meldete einen Umsatz von 119,8 Milliarden Dollar, Google Cloud legte um 82 Prozent zu

  • Tesla übertraf mit 28,2 Milliarden Dollar die Umsatzerwartungen, doch der Gewinn pro Aktie enttäuschte mit 0,33 Dollar

  • AMD investiert bis zu 5 Milliarden Dollar in Anthropic und liefert Chips mit einer Leistung von 2 Gigawatt

  • Anthropic wird AI-Chips im Wert von mehreren zehn Milliarden Dollar von AMD beziehen

  • Die Europäische Kommission hat die Fusion von Paramount Skydance und Warner Bros. im Wert von 110 Milliarden genehmigt

  • Ein US-Gericht blockiert diese Fusion vorerst mit einer einstweiligen Verfügung für 14 Tage

  • Google Cloud übertraf die Prognosen mit einem Auftragsbestand von 514 Milliarden Dollar und einem Wachstum von 82 %

Auslandsinvestitionen

Der Mittwoch brachte zwei wesentliche Ergebnisüberraschungen aus dem Technologiesektor. Alphabet meldete nach Börsenschluss für das zweite Quartal einen Umsatz von 119,8 Milliarden Dollar, was einem Anstieg von 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Star des Quartals war dabei die Cloud-Sparte Google Cloud – deren Umsatz stieg um 82 Prozent auf 24,8 Milliarden Dollar und übertraf damit deutlich die Schätzungen der Analysten von 22,4 Milliarden, wie aus dem am Mittwoch bei der SEC eingereichten Formular 8-K hervorgeht. Der Cloud-Auftragsbestand erreichte 514 Milliarden Dollar. Der ausgewiesene GAAP-Gewinn pro Aktie von 9,11 Dollar übertraf zwar den Konsens von 2,89 Dollar um das Vierfache, doch fast der gesamte deutliche Sprung ist auf die Neubewertung von Alphabets rund 14-prozentiger Beteiligung an Anthropic zurückzuführen – der operative Gewinn pro Aktie lag bei etwa 2,85 Dollar und entsprach damit den Erwartungen. Ein Wermutstropfen sind die Investitionsausgaben in Höhe von 44,9 Milliarden Dollar – eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahr –, die den freien Cashflow auf einen negativen Wert von −5,9 Milliarden Dollar drückten. Die Alphabet-Aktie schloss den vorbörslichen Handel am Donnerstag nur leicht im Plus. Auch Tesla legte nach Börsenschluss seine Zahlen vor: Der Umsatz von 28,24 Milliarden Dollar übertraf die Schätzung von 26,4 Milliarden und liegt im Jahresvergleich um 26 Prozent höher, doch das Non-GAAP-Ergebnis je Aktie von 0,33 Dollar enttäuschte gegenüber der Schätzung von 0,54 Dollar, die operative Marge sank auf 1,4 Prozent und der freie Cashflow ist mit −1,09 Milliarden Dollar negativ bei Rekord-Investitionen von 5,79 Milliarden Dollar. Die Rekord-Quartalsauslieferungen von 480.126 Fahrzeugen (+25 Prozent) übertrafen somit die Rentabilität deutlich.

In der Welt der KI-Chips steht eine historische Transaktion bevor. Der US-amerikanische Prozessorhersteller AMD und das KI-Forschungslabor Anthropic haben am Donnerstag eine Partnerschaftsvereinbarung bekannt gegeben, in deren Rahmen AMD bis zu 5 Milliarden Dollar in Anthropic investiert und Anthropic sich verpflichtet, bis zu zwei Gigawatt der neuesten Generation von KI-Chips von AMD zu beziehen, wobei die Auslieferungen in der ersten Hälfte des Jahres 2027 beginnen sollen, wie aus einer Pressemitteilung beider Unternehmen hervorgeht. Die Zeitung „The Wall Street Journal“ berichtet unter Berufung auf Quellen, dass sich der Gesamtwert des Auftrags in einer Größenordnung von mehreren zehn Milliarden Dollar bewegt. Die Vereinbarung ist für AMD von existenzieller Bedeutung – das Unternehmen will als zweitgrößter GPU-Hersteller nach Nvidia Kunden vom CUDA-Ökosystem abwerben. Für Anthropic geht es um die Diversifizierung der Chip-Lieferanten und die Sicherung der Rechenkapazität für zukünftige Generationen des Modells „Claude“.

Wichtige Ereignisse mit globaler Tragweite

Die Fusion von Paramount Skydance und Warner Bros. Discovery im Wert von 110 Milliarden Dollar erhielt am Mittwoch grünes Licht von der Europäischen Kommission, die die Transaktion in einer Pressemitteilung unter Verweis auf die vereinbarten Verpflichtungszusagen im Bereich des Filmvertriebs und der Lizenzierung von Kabelinhalten genehmigte. Dies ist ein entscheidender regulatorischer Meilenstein, der das letzte internationale kartellrechtliche Hindernis beseitigt hat. Paradoxerweise gilt jedoch am selben Tag eine vierzehntägige einstweilige Verfügung eines US-Bundesgerichts, die auf Klage von zwölf US-Bundesstaaten unter der Führung Kaliforniens erlassen wurde und die den tatsächlichen Abschluss der Transaktion vorerst verhindert. Das Gericht soll bis zum 4. August entscheiden, ob es die Klage in der Hauptsache verhandelt.

Im makroökonomischen Umfeld bleibt die Frage der US-Zölle ungelöst. Nach Informationen der „Financial Times“ vom Vortag plant Präsident Donald Trump, diese Woche neue Zölle auf Importe aus Dutzenden von Ländern zu verhängen, wobei das Auslaufen der vorläufigen 10-Prozent-Regelung am Freitag lediglich ein Sprungbrett darstellt. Die globalen Märkte reagierten in der Nacht nervös auf diesen Übergang zu neuen, unklaren Zollsätzen – sowohl der Nikkei als auch der Kospi eröffneten den Donnerstag mit Kursverlusten.

gnews.cz - GH

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