HORMUS-STRALLE – Ungefähr 20.000 Seeleute sind auch mehrere Monate nach Ausbruch des Konflikts zwischen dem Iran und den US-amerikanischen und israelischen Streitkräften in der Region der Hormus-Straße auf Schiffen gefangen. Eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt hat sich in einen Ort der langen Wartezeit, der Unsicherheit und der wachsenden Sorge um die Sicherheit der Besatzungen verwandelt.

Nach den verfügbaren Informationen befinden sich in den Gewässern rund um die strategische Straße weiterhin etwa 1.600 Handelsschiffe. Obwohl die Kämpfe abgeflaut haben und sich die Situation teilweise stabilisiert hat, ist die Rückkehr zum normalen Betrieb langsam, und Tausende von Seeleuten sind weit von ihren Heimatorten entfernt. „Es ist unglaublich, dass alles von außen völlig normal aussieht. Im Inneren sind die Menschen überhaupt nicht ruhig. Stress ist ständig in unseren Köpfen präsent. Alle sind einfach erschöpft, sowohl körperlich als auch psychisch“, beschrieb der pakistanische Kapitän Hassan Chán, dessen Schiff in der Region blockiert ist, für die BBC.

Viele Besatzungsmitglieder vergleichen ihre Situation mit einer Gefangenschaft. „Es ist, als wären wir in einem Teich gefangen“, sagte einer der Seeleute. Während das Leben an Land allmählich zur Normalität zurückkehrt, verschwimmen die Tage an Bord der Schiffe zu Wochen und die Wochen zu Monaten. Die größten Probleme sind derzeit psychische Erschöpfung, Unsicherheit und die Sicherstellung der Grundbedürfnisse. Mit dem Einsetzen der Sommermonate steigen die Anforderungen an die Versorgung mit Trinkwasser, Lebensmitteln und medizinischem Material. Einige Schiffe mussten zu einem strengen System der Rationierung der Vorräte greifen, um länger ohne Möglichkeit der Nachschub zu überstehen.

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Die Hormus-Straße gehört zu den wichtigsten Seewegen der Welt. Durch den schmalen Korridor zwischen dem Iran und Oman fließt ein bedeutender Teil der weltweiten Öl- und Erdgaslieferungen. Jede Einschränkung des Betriebs hat daher nicht nur Auswirkungen auf die regionale Wirtschaft, sondern auch auf die globalen Energiemärkte. Trotz der schwierigen Situation versuchen die Besatzungen, den normalen Arbeitsablauf aufrechtzuerhalten. Regelmäßige Wartung der Schiffe, Sicherheitskontrollen und tägliche Aufgaben helfen den Seeleuten, den psychischen Druck zu bewältigen und ein Gefühl der Normalität unter außergewöhnlichen Bedingungen aufrechtzuerhalten.

Experten weisen darauf hin, dass die langfristige Festsetzung von Schiffen neben den wirtschaftlichen Auswirkungen auch schwerwiegende humanitäre Folgen haben kann. Der wachsende Stress, die Isolation und die Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Situation stellen für Tausende von Seeleuten eine erhebliche Belastung dar. Es ist noch nicht klar, wann der Betrieb in der Region vollständig wieder aufgenommen wird. Für Tausende von Männern und Frauen an Bord der Handelsschiffe bleibt die wichtigste Frage eine einzige: Wann können sie endlich nach Hause zurückkehren.

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