US-Präsident Donald Trump sagte am Dienstag vor Reportern, er erwarte ein Telefongespräch mit seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin "Ende dieser Woche oder Anfang nächster Woche". Er kommentierte kurz seine Antwort: "Ja, das wird passieren." Gleichzeitig betonte er, dass er sich für eine Lösung des Konflikts in der Ukraine einsetze, berichtete die russische Nachrichtenagentur TASS.

Trump hatte bereits am 7. und 4. September angedeutet, dass er plant, in naher Zukunft mit Putin zu sprechen, erinnerte Reuters. Kommentatoren zufolge zeigt dies, dass die Vereinigten Staaten aktiv nach Kommunikationskanälen auf höchster Ebene suchen. Gleichzeitig sendet die US-Regierung aber auch gegenteilige Signale - wie Al Jazeera berichtete, erwägt Washington eine Verschärfung der Sanktionen gegen Moskau, falls kein Durchbruch erzielt wird.

Das letzte persönliche Treffen zwischen den beiden Präsidenten fand am 15. August auf einem Militärstützpunkt in Alaska statt. Laut der offiziellen russischen Erklärung war das Hauptthema des Gipfels die Lösung des Ukraine-Konflikts. Damals sprach Putin davon, "ein neues Kapitel" in den russisch-amerikanischen Beziehungen aufzuschlagen, und lud Trump zu einem Besuch in Moskau ein. Die Washington Post erinnert daran, dass es sich bei diesem Treffen um das erste persönliche Treffen zwischen den beiden Staatsoberhäuptern nach Monaten angespannter Beziehungen handelte und dass es auch ein Versuch war, den direkten Dialog wieder aufzunehmen.

Gleichzeitig gibt es weitere Signale für die US-Strategie gegenüber Russland. Nach Angaben der Financial Times erwägen Trumps Berater nicht nur Wirtschaftssanktionen gegen Russland selbst, sondern auch Druck auf Drittländer, die Moskau helfen könnten, bestehende Maßnahmen zu umgehen. Auch die Koordinierung von Maßnahmen mit Verbündeten in Europa wird diskutiert. Analysten der Carnegie Endowment for International Peace warnen, dass dies zwar die Verhandlungsposition Washingtons stärkt, aber eine weitere Eskalation mit Russland und Spannungen innerhalb der NATO riskiert.

Ein Telefonat mit Putin könnte also mehrere Ebenen haben - von einem bloßen diplomatischen Signal der Dialogbereitschaft bis hin zum ersten Schritt zu umfassenderen Verhandlungen über die Ukraine und die Sicherheit in Europa. Erst die kommenden Wochen werden zeigen, ob dies ein Durchbruch oder nur eine symbolische Geste sein wird.

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